Geplant erst 2027

Tierschützer wollen rasches Aus für grausame Falle

Kärnten
22.07.2026 14:00
Porträt von Kärntner Krone
Von Kärntner Krone

Kärnten ist das einzige Bundesland in Österreich, wo noch immer sogenannte Conibear-Fallen zum Einsatz kommen. Zwar plant das Land eine Änderung ab 2027, doch für Tierschützer kommt der Schritt zu spät. Sie fordern ein sofortiges Ende dieser Falle.

Bei Conibear-Fallen handelt es sich um spezielle Bügelfallen, die Fischotter im Hals- oder Brustbereich treffen. Dabei stirbt das Tier aber nicht durch einen Schlag, sondern weil lebenswichtige Organe und Blutgefäße zerquetscht werden. Für die Tierschützer des WWF eine der grausamsten Tötungsarten von Fischottern.

Land will Fallen 2027 verbieten
Die Fallen stehen schon seit Längerem in der Kritik. Daher will das Land Kärnten mit der neuen Fischotterverordnung 2027 diese „besonders qualvolle Tötungsmethode“ verbieten. 

Für den WWF kommt die Umsetzung zu spät, denn „der Schutz vor vermeidbarem Tierleid hat eindeutig Vorrang. Conibear-Fallen töten auf qualvolle Weise, wirken nicht selektiv und widersprechen dem EU-Artenschutz“, sagt WWF-Expertin Christina Wolf-Petre.

Zitat Icon

Der Tod tritt durch die Unterbrechung des Blutkreislaufs und einen Kreislaufkollaps ein. Das bedeutet einen langsamen und qualvollen Tod.

kritisieren die WWF-Tierschützer

Aber nicht nur die Fallen kritisieren die Tierschützer. Auch die Bejagung der streng geschützten Fischotter ist Wolf-Petre ein Dorn im Auge. Immerhin seien seit 2020 in Kärnten mindestens 258 Fischotter getötet worden. „Der WWF fordert daher eine Rückkehr zu strengen Einzelfallprüfungen statt pauschaler Tötungskontingente.“

Gesunde Gewässer als Lösung
Für den WWF seien die Fischotter ein wichtiger Beitrag für das Ökosystem. Die Tiere würden für eine Regulierung von Fischbeständen sorgen und fangen bevorzugt kranke und geschwächte Fische. Und da in Kärnten immer mehr Gewässer verbaut, begradigt oder verschmutzt werden, kommen die Fischotter in Bedrängnis und würden ihre Nahrung in Fischteichen und Co. suchen. „Kärnten sollte daher vor allem in gesunde Gewässer, Prävention und fachlich sauberes Management investieren, anstatt den Fischotter zum alleinigen Sündenbock zu machen“, fordert Wolf-Petre.

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