Jahrzehntelang hat Michael Kuhn den heimischen Sport-Journalismus in seiner führenden Rolle bei der „Krone“ und als Kult-Kommentator beim ORF geprägt. Die Nachricht von seinem unerwarteten Tod im Alter von 88 Jahren in seiner zweiten Heimat am Wörthersee machte nicht nur seine engsten Angehörigen und viele Sportfans, sondern auch seine zahlreichen Ex-Kollegen traurig.
„Ein überragender Chef, ohne jemals den Chef herausgekehrt zu haben“, erzählt Charly Pointner, der vier Jahrzehnte (von 1964 bis 2004) unter der Leitung von Kuhn für die „Krone“ berichtete. „Michi gehörte zu den Urvätern des österreichischen Sportjournalismus. Und hat Probleme immer amikal und ruhig gelöst. Auch dafür hat er Anerkennung von allen Seiten genossen, von seinen Mitarbeitern bis zu den Chefs.“
Neben Pointner gehörte auch ORF-Legende Hans Huber zu jenen engsten Freunden, mit denen sich Kuhn regelmäßig traf und austauschte. Meist beim Heurigen. „Er war eine absolute Ikone des Sportjournalismus“, weiß Huber. „Sein größter Verdienst war, dass er den Sportjournalismus auf ein neues Niveau gehoben hat. Vor ihm wurde dieser Beruf oft belächelt. Das hat sich nicht zuletzt durch ihn und seine messerscharfen und treffenden Analysen verändert.“ Den Stil von Kuhn beschreibt Huber sehr treffend: „Scharf und kritisch, aber nie beleidigend.“ Huber wird aber vor allem den Menschen Kuhn vermissen. „Ich werde ihn immer in meinem Herzen tragen.“
ORF-Reporter und -Kommentatoren wie Kuhn, Heinz Prüller, Sigi Bergmann, Robert Seeger, Gerhard Zimmer und natürlich auch Huber haben wirklich Generationen von Sportfans begleitet und begeistert.
Kuhn war u.a. auch Kommentator des legendären 3:0-Sieges von Österreich in der WM-Quali gegen die DDR inklusive der drei Treffer von Toni Polster. Kuhn war auch als Autor vieler Sportbücher aktiv.
„Krone“-Sportchef Peter Moizi sagt über seinen Vorgänger: „Michi Kuhn war der Grund, warum unzählige junge Menschen Sportjournalisten werden wollten. Eine Legende, eine Ikone. Er hat den Sportjournalismus auf eine neue Ebene gehoben, hat nicht nur die Ergebnisse betrachtet, sondern den Sport aus allen Blickwinkeln betrachtet.“
Die Anteilnahme der „Krone“ gilt seiner Frau Helga, Tochter Nina und der gesamten Familie.


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