„Von AUA enttäuscht“

Flug gestrichen: Junge Kicker saßen zwei Tage fest

Österreich
22.07.2026 13:30

Einige Tage mehr als ursprünglich geplant mussten eine große Fußballabordnung aus Stockerau (NÖ) und ein Team aus Oberösterreich in Schweden verbringen. Grund war ein ersatzlos gestrichener Flug zurück nach Wien. Womit für Dutzende Kinder eine mehr als zwei Tage andauernde Odyssee begann. 

Sonntag um 14.50 Uhr sollte das Abenteuer Göteborg für zahlreiche Nachwuchsfußballer im Alter von acht bis zwölf Jahren aus dem LAZ Stockerau (NÖ) enden. Nach mehreren Tagen, in denen man am Gothia Cup, seines Zeichens mit knapp 2000 Teams aus 77 Nationen eines der größten Nachwuchsturniere der Welt, teilgenommen hatte, wäre für jene Zeit der Rückflug aus Schweden geplant gewesen. Wäre, denn am Sonntagvormittag hieß es plötzlich: Ihr Flug ist ersatzlos gestrichen. 57 Kinder, Elternteile und Betreuer saßen in Schweden fest. 

Dank einer schwedischen Familie kam die Gruppe sogar noch in ein großes Stadion.
Dank einer schwedischen Familie kam die Gruppe sogar noch in ein großes Stadion.(Bild: zVg)

Spontan mussten Hotelzimmer gebucht werden
Was darauf folgte, schilderte Athletiktrainer Stefan Krückl der „Krone“. Einer der Betreuer, LAZ-Leiter Alfred Denninger, machte sich auf den Weg zum Flughafen, um dort zu klären, wann und wie denn ein Rückflug möglich sei. Die restlichen Betreuer und Eltern versuchten indes, über bekannte Buchungsplattformen an diverse Hotelzimmer zu kommen. Eine Herkulesaufgabe, bedenkt man die Größe der Gruppe und die Konstellationen der unterschiedlichen Familien. Für wie viele Tage man ein Hotel brauchen würde, wusste man nicht. „Wir wussten nicht einmal, ob uns die AUA das überhaupt bezahlt“, so Krückl.

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Wir wollen auf Missstände aufmerksam machen, eine aufrichtige Entschuldigung und dementsprechende Entschädigung seitens des Unternehmens.

LAZ-Leiter Alfred Denninger

Chaos in Kommunikation und Organisation
Neun Stunden verbrachte Alfred Denninger am Flughafen, sprach mit Bordpersonal, bat die österreichische Botschaft um Mithilfe und telefonierte von dort aus mit den Verantwortlichen der AUA. Denninger hielt die Vorgänge in einem Protokoll fest: Nach 30 Minuten in der Warteschleife wurde er in die nächste Warteschleife verbunden, über die Austrian-App war eine Bearbeitung der Gruppenbuchung nicht möglich. Enttäuscht ist man vor allem auch vom Bodenpersonal, das laut den Betroffenen keinerlei Hilfe war. Einzelne Eltern erhielten schon früher als andere Buchungsinformationen, das Chaos war perfekt. Am Sonntagabend hieß es schließlich, die Rückreise mit Eurowings via Berlin nach Wien würde am Dienstagnachmittag stattfinden. 

Bitte warten: Auch beim Rückflug mit Eurowings kam es noch einmal zu Verzögerungen.
Bitte warten: Auch beim Rückflug mit Eurowings kam es noch einmal zu Verzögerungen.(Bild: zVg)

Schwedische Familie sorgte für strahlende Kinderaugen
Dass Flugverzögerungen, wie jene in Göteborg, immer auch einige Lichtblicke und Möglichkeiten bieten, neue Menschen kennenzulernen, durfte die Gruppe am Sonntag erleben. In den Abendstunden ging es für die Betreuer in ein Pub, die Kinder durften das WM-Finale im Hotel schauen. Eine schwedische Familie aus Stockholm war ebenso für das Fußballspiel ihres Sohnes nach Göteborg gereist und bot dem Team im Pub kurzerhand haufenweise Freikarten und vergünstigte Karten für das Spiel. Ein unerwarteter Stadionbesuch, der die Kinder aufheiterte. 

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Da leider kein Ersatzflugzeug zeitgerecht organisiert werden konnte, mussten wir die beiden Flüge streichen.

Stellungnahme der Austrian Airlines auf „Krone“-Anfrage

Oberösterreicher fühlten sich ebenso im Stich gelassen
Dienstag war es dann so weit: Der Eurowings-Flieger stand für den Abflug um halb drei Uhr nachmittags bereit. Doch von der Fluglinie hieß es, der Flug sei überbucht. Wieder bangte die Gruppe aus Stockerau darum, alle Kinder und Angehörigen endlich gemeinsam nach Hause bringen zu können. Mit gutem Ende: Um kurz nach 18 Uhr war die Odyssee zu Ende, als man auf der Rollbahn in Schwechat landete. Kurios: Auch eine Fußballmannschaft aus Oberösterreich strandete in Göteborg. Ebenfalls waren Kinder und auch ein Rollstuhlfahrer betroffen. Auch diese Gruppe fühlte sich laut einer Nachricht, die der „Krone“ vorliegt, „von der Airline im Stich gelassen“.

„Wollen aufrichtige Entschuldigung“
Am Mittwoch erreichte die „Krone“ noch einmal die Verantwortlichen des LAZ. Alle Kinder seien gesund und erfolgreich nach Hause gebracht worden. Doch Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn auf die „Missstände der AUA“ möchte man laut Stefan Krückl aufmerksam machen. Man wolle eine aufrichtige Entschuldigung seitens des Unternehmens und eine dementsprechende Entschädigung. Ob jene kommt, ist unklar. Seitens der AUA hieß es gegenüber der „Krone“, die Fluggäste seien zeitnah an ihre Enddestinationen umgebucht worden. Man bedaure, dass die Gäste eine zeitverzögerte Abreise gehabt hätten.

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