Iran-Krieg

Nun droht auch Pakistan mit einem Eingreifen

Außenpolitik
22.07.2026 14:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten schüren Ängste, dass es zu einem noch größeren Flächenbrand kommen könnte. Denn nachdem die jemenitische Houthi-Miliz ihrerseits erklärt hat, eine Seeblockade im Roten Meer zu errichten, droht nun mit Pakistan das nächste Land mit einem militärischen Eingreifen.

Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Atommacht Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein weitreichendes Militärbündnis. Die schiitischen Houthi-Rebellen hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt.

Die schiitischen Houthi-Rebellen haben am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe ...
Die schiitischen Houthi-Rebellen haben am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt.(Bild: EPA/YAHYA ARHAB)

Vom Vermittler zur Kriegspartei?
Pakistan verurteilte die Drohungen der Houthi gegenüber Saudi-Arabien. Eigene pakistanische Interessen könnte im Sinne des Bündnisses zwischen Pakistan und Saudi-Arabien auch bei einem Angriff auf das Königreich als verletzt gelten. Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen. In Teherans Konflikt mit den USA war Pakistan bisher in einer Vermittlerrolle.

Die Houthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormuz zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt.

Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormuz exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer. Seit 2023 haben die Houthi mit Angriffen im Roten Meer – seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg – den Welthandel bereits massiv beeinträchtigt.

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