Allergienverstärker

Mäusestudie warnt: So schädigt Mikroplastik Lunge

Wissen
29.05.2026 10:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Plastik ist überall. In zerkleinerter Form gelangt Kunststoff als Mikroplastik auch in den menschlichen Körper. Eine Studie der MedUni Wien hat nun neue Erkenntnisse über negative Auswirkungen auf unser Immunsystem veröffentlicht.

Mikroplastik bleibt tagelang in der Lunge, kann Atemwegsentzündungen verstärken und die mit Allergien verbundenen Immunreaktionen verändern. Das zeigt die neue Studie unter Leitung der MedUni/AKH Wien an Mäusen.

Zunehmende Umweltbelastung
Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr die gesundheitliche Relevanz der zunehmenden Umweltbelastung durch Mikroplastik, betonte die Universität am Freitag.

Das Forschungsteam um Michelle Epstein von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni untersuchte die Auswirkungen von PET-Partikeln unterschiedlicher Größe und Verabreichungsform. PET (Polyethylenterephthalat) zählt zu den weltweit besonders weit verbreiteten Kunststoffen und wird unter anderem in Verpackungen, Getränkeflaschen, Textilien und medizinischen Materialien verwendet.

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„Unsere Studie zeigt, dass PET-Mikroplastik nicht einfach im Körper verbleibt, sondern aktiv Immunreaktionen beeinflusst.

Nach einer einmaligen Gabe von PET-Mikroplastik mittlerer Größe über die Atemwege stellten die Forschenden fest, dass die Partikel mindestens 14 Tage lang in der Lunge nachweisbar blieben.

In diesem Zeitraum kam es zu einer Entzündungsreaktion mit vermehrter Einwanderung von Lymphozyten und eosinophilen Granulozyten – Immunzellen, die typischerweise an allergischen Reaktionen beteiligt sind.

PET-Mikroplastik verstärkt Entzündung
Wurden die Gaben von PET-Mikroplastik mit Ragweed-Pollen, einem häufigen Atemwegsallergen, kombiniert, verstärkte sich unter bestimmten Bedingungen die Atemwegsentzündung. In weiteren Experimenten, bei denen PET in Kombination mit anderen Allergenen über die Bauchhöhle eingebracht wurde, zeigte sich eine veränderte systemische Immunantwort: PET verstärkte die Entzündung und beeinflusste die Antikörperreaktion gegen das Allergen.

„Unsere Studie zeigt, dass PET-Mikroplastik nicht einfach im Körper verbleibt, sondern aktiv Immunreaktionen beeinflusst, die an der Entstehung und Verstärkung allergischer Reaktionen und Entzündungen beteiligt sind“, erläuterte Epstein.

Die Forschenden betonen jedoch, dass die Ergebnisse in Mausmodellen gewonnen wurden und eine direkte Übertragung auf reale Bedingungen beim Menschen nicht ohne weiteres möglich ist. Die Hinweise auf mögliche immunologische Wirkungen von Mikroplastik müssten in weiteren Studien untersucht werden, sagte Epstein. Die aktuellen Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Journal of Hazardous Materials Advances“ publiziert.

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