100.000 Jobs schon weg

Auf Autoindustrie kommen jetzt „bittere Jahre“ zu

Wirtschaft
26.05.2026 13:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Krise der deutschen Autoindustrie verschärft sich weiter: Laut einer neuen Branchenstudie geraten die Autozulieferer massiv unter Druck. Bereits rund 100.000 Arbeitsplätze gingen in den vergangenen acht Jahren verloren – und ein Ende dieser Entwicklung ist laut Experten nicht in Sicht. Die Branche stehe vor „bitteren Jahren“.

Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Studie von Berylls by Alix Partners hervor. Jan Dannenberg von der Unternehmensberatung Alix Partners erklärte, der Stellenabbau werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen. „Dieser Trend ist in den nächsten Jahren nicht aufzuhalten“, sagte er.

Wertschöpfung könnte massiv schrumpfen
Deutschland verliere zunehmend industrielle Wertschöpfung an andere Standorte im Ausland. Dannenberg sprach von einer möglichen Reduktion der Wertschöpfung in der deutschen Autoindustrie um 20 bis 25 Prozent. „Die nächsten drei bis fünf Jahre werden bitter für die deutsche Zulieferindustrie“, warnte er.

Konkurrenz aus China wächst rasant
Ein zentraler Grund für die schwierige Lage ist laut Studie der steigende Wettbewerbsdruck aus China. Während China seine Fahrzeugproduktion zuletzt deutlich ausgebaut habe und inzwischen rund 30 Prozent der weltweiten Fahrzeugfertigung stelle, stagnierten oder schrumpften die Produktionsmengen in Europa, den USA und Südkorea.

Auch wirtschaftlich gerät die Branche zunehmend unter Druck: Die 100 größten Autozulieferer weltweit verzeichneten im Jahr 2025 laut Studie ein Umsatzminus von 2,2 Prozent. Gleichzeitig sank die Gewinnmarge von 5,8 auf 5,2 Prozent. Besonders betroffen seien Unternehmen, die stark von der Elektromobilität abhängig seien.

Chinesische Firmen holen auf
Im Ranking der weltweit größten Zulieferer bleibt Bosch zwar weiterhin auf Platz eins, gefolgt vom japanischen Unternehmen Denso. Mit dem Batteriezellhersteller CATL schaffte es jedoch erstmals ein chinesisches Unternehmen auf Rang drei.

China sei gemessen an der Zahl der vertretenen Unternehmen inzwischen die drittgrößte Nation im Ranking und liege beim Umsatzanteil beinahe gleichauf mit den USA, heißt es in der Studie.

Neue Technologieführer entstehen
„Die Dynamik der Branche wird zunehmend von chinesischen Unternehmen bestimmt“, sagte Alix-Experte Alexander Timmer. Chinesische Firmen hätten in den vergangenen Jahren stärkeres Wachstum erzielt als internationale Konkurrenten. Zudem entstünden in China neue Technologieführer im Bereich autonomes Fahren und softwarebasierte Mobilität.

Zusätzliche Vorteile hätten die Unternehmen dort durch niedrigere Produktionskosten, die ihnen deutliche Kostenvorteile gegenüber westlichen Rivalen verschafften.

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