Im Vorjahr musste der steirische Industrie-Leitbetrieb AVL List bereits 450 Arbeitsplätze in Graz abbauen, nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: Weitere 350 Jobs sollen gestrichen werden. Damit fällt der Personalstand in der steirischen Landeshauptstadt auf unter 3000 Mitarbeiter.
Der steirische Technologiekonzern AVL List muss weitere rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Graz kündigen. Das hat das Unternehmen am Mittwoch zeitgleich mit einer Informationsveranstaltung für die Angestellten bekanntgegeben.
Bereits im Vorjahr wurden Hunderte Jobs gestrichen. Der Mitarbeiterstand am Hauptsitz fällt damit bis Mitte 2026 auf unter 3000. Vor der Corona-Pandemie 2019 waren es noch rund 4300 Angestellte. Das sind somit um rund 30 Prozent weniger.
Wer mich kennt, weiß, dass Stellenabbau zu den schwierigsten Entscheidungen gehört – für das Unternehmen und für mich persönlich.

Helmut List
Bild: Christian Jungwirth
Seit Spätherbst 2025 ist ein externer Restrukturierungspartner mit an Bord, um das „konzernweite Restrukturierungsprogramm“ fortzusetzen, hieß es. Dieses Beratungsunternehmen habe AVL selbst engagiert, um während der „anhaltend herausfordernden Marktentwicklung in der Automobilindustrie sowie struktureller Veränderungen, die umfangreichen organisatorischen und wirtschaftlichen Anpassungen“ zu begleiten. Ziel der Maßnahmen sei es, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.
Als Gründe für den weiteren Stellenabbau wurden wie schon im Vorjahr die tiefgreifenden Veränderungen in der Branche sowie auch schwankende Kundennachfrage genannt. „Diese Entwicklungen betreffen den gesamten europäischen Mobilitätssektor und fordern von Unternehmen strategische Klarheit und Investitionskraft“, so die Mitteilung des Unternehmens. AVL stelle sich diesen Veränderungen mit einem langfristigen Transformations- und Restrukturierungsprogramm.
Der Konzern AVL erzielte im Jahr 2024 laut WirtschaftsCompass mit insgesamt rund 13.000 Mitarbeitenden weltweit einen Umsatz von 2,03 Mrd. Euro (2023: 2,05 Mrd. Euro). Derzeit werden laut eigenen Angaben rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. AVL gilt als eines der weltweit führenden Mobilitätstechnologieunternehmen für Entwicklung, Simulation und Testen in der Automobilindustrie und in anderen Branchen wie Bahn, Schifffahrt und Energie.
Stellenabbau gehört zu den schwierigsten Entscheidungen
CEO Helmut List sagte: „Wer mich kennt, weiß, dass Stellenabbau zu den schwierigsten Entscheidungen gehört – für das Unternehmen und für mich persönlich. Uns ist bewusst, dass solche Maßnahmen Menschen unmittelbar betreffen und damit weit über wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Gleichzeitig sind sie in der aktuellen Situation notwendig, um AVL nachhaltig aufzustellen und unsere technologische Innovationskraft zu sichern.“
Die Kündigungen würden in Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung erfolgen. Ein Sozialplan mit Outplacement-Maßnahmen komme zum Einsatz. List ergänzte: „Wir richten unsere Organisation neu aus, um technologisch führend zu bleiben und gleichzeitig wirtschaftlich stabil zu agieren.“
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