Schock für Lebring

Autozulieferer schließt Standort: 300 Jobs weg!

Steiermark
16.04.2026 17:30

Die österreichische Automobilindustrie steckt tief in der Krise. Das bekommt die Steiermark erneut schmerzlich zu spüren: Der Zulieferer ZF Lemförder schließt Ende 2027 sein Werk in Lebring, die Produktion soll ins Ausland verlagert werden. 300 Stamm-Arbeiter sind betroffen.

Am Donnerstag erreichte ein anonymer Anruf die Redaktion: „Heute gab es eine Betriebsversammlung, bei der uns angekündigt wurde, dass die Produktion in der Steiermark mit Ende 2027 ausläuft“, sagte der Mitarbeiter von ZF Lebring am Standort Lebring. Am Nachmittag kam dann die Bestätigung der Firma selbst: Das Werk des Automobilzulieferers mit Zentrale in Friedrichshafen (Deutschland) steht vor der Schließung.

„ZF sieht sich in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld mit schwacher Nachfrage, geringeren Produktionsvolumina sowie geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten konfrontiert“, heißt es in einer Aussendung. Das Unternehmen beabsichtige, „die Produktion in Lebring geordnet zu beenden und den Betrieb zum 31. Dezember 2027 zu schließen“.

Wir haben als Gemeinde in den vergangenen Jahren viel saniert und gebaut, jetzt müssen wir auch kürzertreten.

Franz Labugger

Bürgermeister Lebring (ÖVP)

Franz Labugger, Bürgermeister von Lebring (ÖVP), sagt: „Es hat sich leider abgezeichnet, die Stimmung innerhalb der Firma hat sich verändert.“ Lebring ist eine finanz- und wirtschaftsstarke Gemeinde mit 180 Betrieben und daher nicht vollkommen abhängig von ZF, „lustig ist es aber nicht“, so Labugger. Auch andere Firmen hätten derzeit aufgrund der Wirtschaftslage Sorgen. „Wir haben als Gemeinde in den vergangenen Jahren viel saniert und gebaut, jetzt müssen wir auch kürzertreten.“ 

Autoland Steiermark in der Krise
Auch die Steiermark als Ganzes kann die Hiobsbotschaft nach den vergangenen wirtschaftlich schwierigen Monaten nicht gebrauchen. Der Stellenabbau in der Branche trifft viele Steirer und Steirerinnen hart – erst kürzlich wurden auch bei AVL 350 Jobs gestrichen. Am Standort Lebring wurden vor allem Teile für das Magna-Werk produziert, die in Mercedes- und BMW-Modellen verbaut werden.

Die Produktion wird nach Polen und in die Slowakei verlagert.
Die Produktion wird nach Polen und in die Slowakei verlagert.(Bild: Jürgen Fuchs)

Laut Hubert Holzapfel von der Gewerkschaft Pro-Ge sind bei ZF etwa 230 Arbeiter (darunter circa 60 Leiharbeiter) und 95 Angestellte betroffen. Bei den Arbeitern handelt es sich vor allem um Pendler aus Nachbarländern, vor allem aus Slowenien. Nur etwa 60 Arbeiter sind österreichische Staatsbürger. Die Produktion soll nach Polen und in die Slowakei verlagert werden.

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Ein Sozialplan kommt jedenfalls. Wir werden auch eine Stiftungslösung für die österreichischen Mitarbeiter anstreben.

Gewerkschafter Hubert Holzapfel

Heuer soll zumindest noch eine Linie mit bis zu 40 Arbeitern eingestellt werden. „Ein Sozialplan kommt jedenfalls. Wir werden auch eine Stiftungslösung für die österreichischen Mitarbeiter anstreben“, so Holzapfel. Auch Philip Schuster, Leiter der Produktion, sagt: „Unser Ziel ist es, tragfähige Lösungen für sämtliche Beschäftigte zu entwickeln, die die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden so weit wie möglich abfedern.“

Jener Mitarbeiter, der anonym bleiben will, fühlt sich dennoch vor den Kopf gestoßen: „Die Entscheidung kam für die Belegschaft sehr überraschend. Und es hat geheißen, dass wir uns entsprechend anstrengen, wenn wir einen Sozialplan haben wollen.“

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