Rathausplatz-Zentrale

Blick in das Notfall-Protokoll für ESC-Schauplätze

Wien
12.05.2026 16:30

In der Einsatzzentrale zur Überwachung des ESC-Village auf dem Wiener Rathausplatz liegen für jede denkbare Krise minutengenaue Notfallpläne auf. Die „Krone“ konnte hinter die Kulissen blicken.

Mit dem ersten ESC-Semifinale in der Stadthalle am Dienstagabend ist der Song Contest offiziell eröffnet. Das bedeutet auch: An allen Schauplätzen der Veranstaltung sind die Sicherheitsmaßnahmen nunmehr auf das Maximum hochgeschraubt – inklusive unsichtbaren Beobachtern, etwa in der Einsatzzentrale am Rand des ESC-Village.

In sieben Minuten muss der Platz leer sein
In dem kleinen Containerdorf im Rathauspark wurde auch die Räumung des Rathausplatzes beim Unwetter einen Tag zuvor entschieden und koordiniert – streng nach einem der Notfallprotokolle, die hier für jede denkbare Krise aufliegen. Der Notfallplan für Unwetter etwa sieht je nach km/h der Windstärke detaillierte einzelne Schritte vor, beginnend beim Absenken der LED-Wand und der Scheinwerfer.

Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) mit Einsatzzentralen-Leiter Michael Domkar (Mitte) und ...
Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) mit Einsatzzentralen-Leiter Michael Domkar (Mitte) und MA36-Chef Dietmar Klose (rechts)(Bild: Eva Manhart)

Auch eine Räumung folgt strengen Regeln: 13 Minuten haben die Verantwortlichen zur Absprache und Vorbereitung, dann folgt die Verlautbarung – und sieben Minuten später ein leerer Platz. Auch bei unvorhergesehenen Notfällen würde eine Evakuierung des Platzes so lange dauern, dann natürlich ohne jede Vorlaufzeit.

1,20 Meter pro Besucher bei Evakuierung
Die Planung der städtischen Veranstaltungsbehörde (MA 36) und der Einsatzkräfte hat versucht, jedes denkbare Szenario zu berücksichtigen. Bei einem Blackout etwa würden Notstrom-Aggregate und Flutlichter anspringen, die den Weg zum nächsten Notausgang anstrahlen. Jede Person hat dann laut den Vorgaben einen 1,20 Meter breiten Fluchtweg und höchstens 300 Personen vor sich.

Selbst bei einem kompletten Blackout würde ein Korridor aus Flutlicht den Weg zu den – dann ...
Selbst bei einem kompletten Blackout würde ein Korridor aus Flutlicht den Weg zu den – dann geöffneten – Notausgängen weisen.(Bild: Eva Manhart)

Dazu kommen unzählige weitere Richtlinien, die aus Sicherheitsgründen geheim bleiben – oder wie es in der Einsatzzentrale diplomatisch formuliert wird: „Gewisse teilnehmende Länder stellen uns vor Herausforderungen, aber das ist alles eingetaktet und eingeplant.“ Veranstaltungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) dankte den Einsatzkräften „auch dafür, dass man die Sicherheitsmaßnahmen nicht bemerkt.“ Die MA 36 wolle für rundum „leiwande Veranstaltungen“ sorgen. Dazu gehöre auch, Besucher nicht zu verunsichern.

Illegaler Drohnenstart sorgte für Alarmstimmung
Die meisten Maßnahmen sind ohnehin viel alltäglicher: Jeden Tag aufs Neue wird das Gelände auf Stolperfallen, gesicherte Absperrungen, lose Gegenstände und dergleichen mehr kontrolliert. Dass die Besucherzahlen derzeit wetterbedingt überschaubar sind, macht den Verantwortlichen weniger Freude als gedacht: Verena Wohlmacher von der MA 36 findet das „schade – wo wir doch so viel Arbeit reingesteckt haben.“

Zumindest aber hat das Unwetter am Montag als Training für den Ernstfall funktioniert – wie bei der Polizei schon einen Tag zuvor: Da wurde plötzlich beim Festgelände ein Drohnenstart registriert. Die Exekutive blockierte sofort die Steuerung aus der Ferne. Das Gerät kehrte daraufhin automatisch zu seinem Besitzer zurück, der es – ohne jede Ahnung von den Vorschriften – starten hatte lassen. Er versuchte es sogar ein zweites Mal, als er aufgespürt war: Macht für zwei Drohnenstarts gleich zwei Anzeigen.

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