Eine Wohnimmobilie ist heutzutage wesentlich schwieriger zu stemmen als noch vor 15 Jahren. „Im Durchschnitt haben sich die Preise (...) in Österreich von 2010 bis 2025 mehr als verdoppelt“, sagte Ökonom Walter Pudschedl. Die Nachfrage nach Mietobjekten ist daher gestiegen, wie eine Analyse der UniCredit Bank Austria zeigt.
Demnach ist die Leistbarkeit, sprich das Verhältnis der Nettoeinkommen zu den Immobilienpreisen in Österreich, seit 2010 um 20 Prozent gesunken. Die rückläufigen Immobilienpreise in den Jahren 2023 und 2024 (insgesamt minus 3,2 Prozent) linderten die Situation kaum. Im Vorjahr stiegen die Immobilienpreise wieder an (plus 2,6 Prozent). Laut Schätzung der UniCredit Bank lag der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen im Vorjahr im bundesweiten Schnitt bei circa 4100 Euro und für Einfamilienhäuser bei knapp 2800 Euro.
Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen habe im Vergleich zu 2010 um 120 Prozent zugelegt, sagte Ökonom Pudschedl. Parallel dazu habe sich das durchschnittliche Nettoeinkommen unselbstständiger Beschäftigter um nur 73 Prozent erhöht, seit 2022 um 20 Prozent. 2010 waren für den Erwerb einer Eigentumswohnung von 100 Quadratmetern noch zehn Jahresgehälter nötig, im Vorjahr waren es bereits 12,5.
Preis vor allem bei Neuvermietungen gestiegen
Da Wohnimmobilien immer weniger leistbar seien, sei die Nachfrage nach Mietobjekten gestiegen. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Mietpreise laut Pudschedl um durchschnittlich 20 Prozent. Betroffen sind vor allem Neumieterinnen und Neumieter. Bestandsmieterinnen und Bestandsmieter seien seit 2022 neutral ausgestiegen, da ihr Nettoeinkommen ebenfalls um 20 Prozent zugelegt hätte, sagte der Ökonom.
Weniger Baubewilligungen
Seit April 2026 gilt die Mietpreisbremse. Damit wurden etwa erstmals Regeln für die Wertanpassung bei nahezu allen Mieten festgelegt. Die Erhöhungen wurden für 2026 mit einem Prozent und für 2027 mit zwei Prozent gedeckelt. Das betrifft vor allem Altbauwohnungen und Gemeindebauten. Darüber hinaus wurden Befristungen der Mietverträge von drei auf fünf Jahre erhöht, betroffen sind alle ab 2026 geschlossenen oder erneuerten Verträge.
Die Bank erwartet, dass in den kommenden Jahren sowohl die Mieten als auch die Immobilienpreise weiter zulegen werden. Der „energiepreisbedingte Inflationsschock“ werde die Materialkosten beim Bau und mit etwas Verzögerung auch die Lohnkosten erhöhen, hieß es. Seit 2022 seien zudem die Baubewilligungen eingebrochen. Diese Flaute treibt auch die Mietpreise in die Höhe.
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