Mediziner warnen

Frust bei Jungärzten: Mangel an Ausbildungsplätzen

Wirtschaft
12.05.2026 16:55

Großer Ärger auf dem Weg zum Doktor. Nach Abschluss des Medizinstudiums stehen in Österreich Hunderte Ärzte auf der Straße. Die Absolventen warten bis knapp zwei Jahre auf einen Ausbildungsplatz in einem Krankenhaus, während sich Deutschland und die Schweiz um unsere Doktoren reißen. 

„Sechs Jahre lang hart gebüffelt, die Doktorrolle in der Hand und nun gibt es keinen Platz in der Basisausbildung. Österreichs Jungmediziner sind frustriert. Denn die Wartezeiten für Ausbildungsstellen werden immer länger und sind inzwischen ein hochproblematischer Flaschenhals auf dem Weg zum Arztberuf“, schlägt Kammer-Präsident Johannes Steinhart Alarm. Verantwortlich dafür sind die Spitalsträger. Denn für die Plätze im Basisjahr, das neun Monate dauert, gibt es formal kein Limit. Der limitierende Faktor in den einzelnen Häusern sind die Dienstposten, die sich aus den Budgets ergeben.

Stellen, bis Ende 2027 vergeben
Im Juli verlassen 660 frisch gebackene Doktoren die MedUni Wien. Aussicht auf einen Ausbildungsplatz im Spital haben nur wenige. „Beim Wiener Gesundheitsverbund wartet man teils bis zu 22 Monate“, weiß Anant Thind von der ÖH, der in eineinhalb Jahren sein Studium abschließt. In Niederösterreich sei es mehr als ein Jahr. Auch in den anderen Bundesländern wie Oberösterreich, der Steiermark oder Kärnten soll es nur Absagen hageln. Teilweise heißt es, die Stellen fürs Basisjahr seien bereits bis Ende 2027 oder noch länger vergeben.

Ärztemangel bleibt akut
Wer in Österreich abgelehnt wird, hat es bei unseren Nachbarn viel leichter. Denn Deutschland und die Schweiz reißen sich um Österreichs bestens ausgebildete Absolventen, um ihren akuten Medizinermangel zu lindern. „Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn uns die Ärzte ausgehen“, mahnt Kim Haas, Obfrau der Sektion Turnusärzte.

Würde das viel diskutierte Basisjahr abgeschafft, würde sich die Situation weiter verschärfen, da die Ausbildungsstellen für die Fachärzte beschränkt sind.

Selbst während des Studiums keine Plätze
„In Tirol finden Studierende teilweise schon keinen Platz mehr für das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ), das die letzten zwei Semester des Medizinstudiums betrifft“, erläutert Daniel von Langen, ÖÄK-Vize-Chef. In einigen Bundesländern ist es ähnlich.

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