Anti-Israel-Protest

Pavillon in Venedig nach Ansturm geschlossen

Kultur
08.05.2026 15:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Einige Teammitglieder aus dem Österreich-Pavillon beteiligen sich an dem organisierten Protest der Aktivistengruppe „Art Not Genocide Alliance“, der sich gegen Israel richtet. Laut Aktivisten waren insgesamt 27 Länderpavillons am Freitag bei der Biennale in Venedig geschlossen.

Zahlreiche Länderpavillons auf der Kunstbiennale von Venedig haben am Freitag, dem letzten Preview-Tag vor der allgemeinen Öffnung am Samstag, ihre Tore nicht geöffnet. Auch der von Florentina Holzinger bespielte Österreich-Pavillon, der zuletzt die Massen anzog, blieb zu. Grund ist ein breit angelegter Protest gegen die Teilnahme Israels. Organisiert wurde der Streik von der Aktivistengruppe „Art Not Genocide Alliance (ANGA)“.

Das Team der „Seaworld Venice“ im Österreich-Pavillon bestehe aus mehr als 17 Nationen, hieß es in einem Statement. „Einige Teammitglieder haben sich dazu entschlossen, an dem Streik teilzunehmen. Daher wird der österreichische Pavillon am 8. Mai von 10 Uhr bis 19 Uhr geschlossen bleiben.“ Das gelte nur für den heutigen Freitag.

Slogans auf Plakaten, keine Kommentare von Teammitgliedern
Vor dem Pavillon war auf Plakaten u.a. zu lesen „We stand with Palestine because we know by now that the destruction of Palestine is the destruction of the world.“ und „We stand in solidarity with the strike in the Italian cultural sector. We demand an end to genocide, war crimes, and the systematic destruction of life in Palestine. We denounce the use of culture to normalise state violence and apartheid.“ Schon am Donnerstag hatte ein Redner einer als offizieller Teil der Hauptausstellung abgehaltenen Dichterprozession durch die Giardini eine umstrittene Parole eingeflochten: „Palestine will be free – from the River to the Sea“.

Der österreichische Pavillon sei einer von 27 Pavillons vor allem westlicher Staaten, die sich dem Streik angeschlossen hätten, sagte eine nicht zum österreichischen Team gehörende Vertreterin der in Venedig aktiven Aktivistengruppe ANGA gegenüber der APA. Nach monatelangen Überlegungen sei die Entscheidung konkreter Pavillons, am Freitag am Streik teilzunehmen, in den letzten Tagen gefallen, erklärte sie. Teammitglieder selbst wollten ihren Entschluss nicht kommentieren.

Besucherinnen und Besucher reagierten eher stoisch, lasen die offizielle Erklärung und zogen weiter. Mitunter zeigten sie aber auch Verständnis für diesen Schließtag aus politischen Gründen.

Auch die „New York Times“ berichtet
„Als die Veranstaltung um 10 Uhr morgens öffnete, strömten Dutzende von Menschen zum österreichischen Pavillon, wo Florentina Holzingers Performance ,Seaworld Venice‘, die zahlreiche nackte Performancekünstlerinnen umfasst, die ganze Woche über stundenlange Warteschlangen verursacht hatte“, schreibt die „New York Times“. Ein Schild auf dem geschlossenen Pavillon habe darauf verwiesen, dass „einige Teammitglieder beschlossen haben, sich am Streik zu beteiligen.“ Auch auf dem Instagram-Account @angalliance war in den Stories der geschlossene Österreich-Pavillon zu sehen.

Laut „New York Times“ beteiligten sich auch Länder-Pavillons wie Belgien, Ägypten, Japan, die Niederlande und Südkorea an dem Streik. Schilder vor einigen dieser Pavillons lauteten demnach: „Wir stehen an der Seite Palästinas.“

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