Die Kunst-Biennale in Venedig steht kurz vor der Eröffnung. Performerin Florentina Holzinger startete für den österreichischen Beitrag persönlich den letzten Probentag vor dem Kick-Off ihrer „Seaworld Venice“. So viel ist schon klar: Es wird ein spektakulärer und personalintensiver Auftritt.
Riesen Andrang vor den Giardini, dem Gelände, wo die Länderpavillons der Biennale stehen. Am ersten Preview-Tag will die Presse endlich sehen, was diesmal besonders viel Aufsehen gemacht und die altehrwürdige Institution dieser Weltkunstschau der Superlative ordentlich durchgebeutelt hat.
Vor allem die Teilnahme Russlands, erstmals seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, hat provoziert. Doch der Präsident der Biennale-Stiftung, Pietrangelo Buttafuoco, hat das gegen Proteste und den Willen von Italiens Kulturminister durchgesetzt. Aber auch Israels Teilnahme und jüngst die Absage des Iran sorgten für Troubles. Am Höhepunkt trat die internationale Jury zurück. Doch Buttafuoco posierte gelassen für die TV-Kameras vor dem Zentralen Pavillon.
Viele Besucher bei Österreichs Generalprobe
Der Vormittag sorgte aber auch anderorts in den Giardini für Hochspannung. Nämlich vor dem Österreichischen Pavillon. Eröffnet wird erst heute. Am Dienstag wurde noch geprobt. Denn der Hoffmann-Pavillon ist diesmal weit mehr als statisches Ausstellungsgebäude. Dank der Tänzerin, Choreografin und Performerin Florentina Holzinger zieht permanente Action in die hehren Hallen.
25 Performerinnen sollen von kommendem Samstag an bis zum 22. November – täglich und nackt – das Pavillon-Areal bespielen. Eingeläutet wurde das durch einen Glockenschlag, erzeugt durch einen menschlichen Schlegel. Florentina Holzinger ließ es sich nicht nehmen, zum Probenfinale selbst am Seil in die vor dem Pavillon-Portal hängende Glocke zu kraxeln – und heftig gegen die Glockenwand zu schwingen.
Im Inneren ließ sich ein erster Einblick in die „Seaworld Venice“, so der Titel, nehmen. So viel sei verraten: Da ist einiges gelungen, das den Österreichischen Beitrag heuer zu einem Favoriten, auch beim Publikum, machen könnte. Doch mehr nach der Eröffnung.
Selbst beim Besuch des britischen Pavillons sprachen manche Besucher noch von Holzinger. Während sie die farbstarken Gemälde der aus Sansibar stammenden Turner-Price-Trägerin Lubaina Himid bestaunten, in denen sie über Heimat und Zugehörigkeit meditiert.
Ein folkloristisch meditatives Raunen durchwehte auch Russlands Pavillon. Frauen in Tracht summten im Foyer des mit üppigen Blumenarrangements geschmückten Gebäudes, flankiert von Wandtexten über Natur und verlorenen Blumenduft. Bespielt wird der Pavillon mit Musikgruppen nur während der Preview-Tagen. Während der offiziellen Laufzeit wird dann das dabei gefilmte Treiben auf die Fassade des geschlossenen Pavillons projiziert.
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