Florentina Holzingers heftig diskutierte Performance auf der Kunst-Biennale von Venedig wird gestürmt. In langen Schlangen warten die Preview-Besucher stundenlang, um in den Österreich-Pavillon zu gelangen.
„Seaworld Venice“, der österreichische Beitrag auf der Kunstbiennale in Venedig hat sich in kürzester Zeit als Attraktion herumgesprochen: 24 Stunden nach der Eröffnung der Arbeit von Florentina Holzinger gab es vor dem österreichischen Pavillon eine noch nie gesehene Menschenschlange, die sich bis weit vor den brasilianischen Pavillon zog. Derzeit ist mit einer Wartezeit von zweieinhalb Stunden zu rechnen. Die Wartenden verhalten sich ruhig und sind nach Auskunft des Betreuungspersonals „sehr committed“.
Zwischenfälle habe es bisher nicht gegeben, an das ausgegebene Foto- und Filmverbot halten sich jedoch nur wenige Besucher. Zur Stunde befinden sich etwa rund 100 Schaulustige gleichzeitig im Pavillon, wo unter anderem eine Performerin in einem Wasserbecken mit einem Jet Ski im Kreis fährt, nackte Performerinnen eine Wetterfahne erklimmen und im Hof eine Performerin mit Atemgerät in einem Aquarium steht. In zwei WCs wird Besucherurin gesammelt, speziell aufbereitet und durch den Einsatz von Osmosefiltern in gereinigter Form als Wasser in das Aquarium geleitet, das mit den anderen Becken in Verbindung steht.
Einen Hinweis auf den Pavillon findet man sogar schon beim Eingang zum Giardini-Gelände: Dort wird mit einer Warnung darauf hingewiesen, dass es bereits vor dem Österreich-Pavillon zu Nacktheit kommt (wenn eine nackte Performerin als Klöppel stündlich eine Glocke schlägt) und diese Nacktheit „auch aus dem weiteren Umkreis wahrgenommen“ werden könne.
Wer es nicht in den Österreich-Pavillon schafft, der nimmt zur vollen Stunde den menschlichen Glockenschlag vor dem Gebäude in Augenschein oder in den Fokus des Smartphones. Holzingers Glocke gibt derzeit den Takt der Kunstbiennale an. Der Platz vor dem Pavillon ist alle 60 Minuten dicht gefüllt.
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