Fragen um Geisel-Drama

„Imkeranzug“: So soll der Täter ausgesehen haben

Ausland
08.05.2026 22:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

In einer Volksbank-Filiale in einer deutschen Kleinstadt sollten laut Polizei mehrere Täter Geiseln genommen haben. Doch nach der Erstürmung des Gebäudes stellte sich die Situation etwas anders dar. Einige Aspekte des Vorfalls geben Rätsel auf. Eine erste Beschreibung des Täters gibt es jedenfalls – bislang fehlt allerdings jede Spur von ihm.

Schauplatz des Dramas ist die Kleinstadt Sinzig im Bundesland Rheinland-Pfalz. Mehrere deutsche Medien berichteten davon, dass ein Mitarbeiter vor der örtlichen Volksbank aus einem Geldtransporter gestiegen sei und von einer unbekannten Person als Geisel genommen wurde.

„Sah aus wie Imker“
Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass mindestens ein männlicher Täter gegen 9 Uhr den Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens abgepasst und von ihm „ein mitgeführtes Behältnis mit Bargeld entwendet hat.“ Nun veröffentlichte die Polizei eine erste Beschreibung des Täters: 1,80 m groß und mit einem „weißen Overall“ bekleidet soll er die Tat begangen haben. Die Behörden beschreiben die Kleidung des Mannes als „Imkeranzug“. 

Zwei Personen in Tresorraum eingeschlossen
Zunächst hieß es, dass sich der Geiselnehmer und der Mitarbeiter im Tresorraum der Bank befinden würden. Er sei in die Bank geführt worden und schließlich seien beide in den Tresorraum gegangen. Dort wurden, so die Polizei, zwei Personen eingeschlossen, die bei der Erstürmung des Gebäudes am Nachmittag unverletzt vorgefunden wurden. Ein Sprecher der Polizei betonte zu Mittag: „Derzeit ist von mehreren Tätern und Geiseln in der Bank auszugehen. Bei einer Geisel handelt es sich um den Fahrer eines Geldtransporters.“

Fotos vom Tatort:

Polizei: „Prüfen, ob es wirklich Geiselnahme war“
Von dem Täter fehlte jedoch bis jetzt jede Spur. Der Polizeisprecher betonte gegenüber dem „Focus“: „Wir hatten um 9 Uhr Alarm. Wir stellten fest, dass zwei Menschen fehlten. Darunter der Fahrer des Geldtransporters. Also gingen wir von einer Geiselnahme aus.“ Ob die Tat mit den aktuellen Erkenntnissen jedoch weiterhin als Geiselnahme bezeichnet werden könne, müsse geklärt werden. Ein Tatbestand sei Freiheitsberaubung. Der Unterschied zwischen einer Geiselnahme und Freiheitsberaubung: Bei einer Geiselnahme kommen meist Forderungen hinzu.

Notruf kam automatisiert
Laut Polizeisprecher habe es zwischen Einsatzkräften und Tätern keinen Kontakt gegeben. Der Notruf sei in der Früh automatisiert eingegangen und sorgte für einen Großeinsatz. Teilweise waren mehrere hundert Einsatzkräfte am Ort des Geschehens, die Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt. Bis zum Freitagabend konnten die Beamten keinen Fahndungserfolg vermelden.

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