Das kommt jetzt doch überraschend: Ausgerechnet die Gewerkschaftspartei SPÖ will, dass wir mehr arbeiten. Sozialministerin Korinna Schumann plant das „Recht auf Stundenerhöhung“ gesetzlich zu verankern. Die „Krone“ kennt die Hintergründe.
Wir müssen mehr arbeiten, tönt es immer wieder aus Wirtschaftskreisen und teils auch von der Politik. Dass jetzt ausgerechnet die SPÖ ein Recht auf Mehrarbeit einfordert, kommt doch etwas überraschend. Der Hintergrund ist die angespannte Lage am österreichischen Arbeitsmarkt – und auch das unter dem Spardruck ächzende Budget für Soziales sowie Pensionen.
Das Pensionsproblem bei Frauen
Ein großes Problem vor allem für Frauen später im Ruhestand sind eben geringere Stunden im Job. Aber viele Firmen (siehe Grafik) suchen aktuell keine Voll-, sondern Teilzeitarbeitskräfte.
Hier hakt SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann ein. Neben dem Ausbau der Kinderbetreuung, um überhaupt die berufliche Möglichkeit für Mütter zu schaffen, soll die sogenannte Erwerbsbeteiligung erhöht werden. Die rote Frontfrau plant deshalb, Mehrarbeit rechtlich zu verankern: „Mehr Arbeitszeit darf nicht an fehlender Betreuung scheitern. Ich setze mich für ein gesetzlich verankertes Recht auf Stundenerhöhung ein!“
170 Millionen Überstunden im Vorjahr
Das Problem wird durch folgende beeindruckende Zahl untermauert: 150.000 Teilzeitbeschäftigte in Österreich arbeiten regelmäßig mehr Stunden, als vertraglich vorgesehen ist. Und 2025 wurden 170 Millionen Über- oder Mehrstunden geleistet, während jede siebente teilzeitbeschäftigte Person ihre Arbeitszeit gerne erhöhen würde.
SPÖ-Ministerin: „Es darf nicht vom Zufall abhängen“
Zusätzlich wird die verpflichtende Meldung von Änderungen der Arbeitszeit im laufenden Beschäftigungsverhältnis gefordert, um die Datenbasis zu verbessern. Damit soll erstmals ein verbindlicher Rahmen geschaffen werden. Die SPÖ-Ministerin: „Es darf nicht vom Zufall abhängen, ob Menschen mehr arbeiten können oder nicht.“ Ziel ist ein Arbeitsmarkt, der nicht nur Beschäftigung ermöglicht, sondern auch Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb bestehender Arbeitsverhältnisse stärkt.
Parallel dazu arbeitet die Bundesregierung an einer umfassenden Fachkräftestrategie. Diese umfasst eine Qualifizierungsoffensive mit Schwerpunkt Lehre und Nachqualifizierung, eine Stärkung der Berufsbildung sowie die gezielte Einbindung internationaler Fachkräfte.
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