„Panikverkäufe“

EZB-Chefin Lagarde sieht Euro-Stablecoins kritisch

Digital
08.05.2026 10:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich skeptisch über die Notwendigkeit sogenannter Stablecoins geäußert, die an den Euro gekoppelt sind. Diese könnten die Arbeit der Europäischen Zentralbank behindern und Finanzkrisen verschärfen, sagte Lagarde am Freitag.

Die Argumente für auf Euro lautende Stablecoins seien „deutlich schwächer, als es zunächst scheint“, so Lagarde bei einer Veranstaltung in Spanien. Bei Stablecoins handelt es sich um eine Art von Kryptowährung, deren Wert an eine offizielle Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist, um starke Preisausschläge wie beispielsweise bei Bitcoin zu vermeiden. Sie ermöglichen schnelle und kostengünstige grenzüberschreitende Transaktionen. Auch gelten sie als potenzielle Konkurrenz für traditionelle Zahlungssysteme.

Anfällig für Panikverkäufe
Lagarde zufolge sind solche Kryptowerte in Marktturbulenzen anfällig für panikartige Verkäufe durch Anleger. Zudem schwächten sie die Fähigkeit der EZB, mit ihrer Zinspolitik alle Bereiche der Wirtschaft zu erreichen. Die damit verbundenen Risiken wögen schwerer als mögliche kurzfristige Vorteile. „Wenn wir die internationale Anziehungskraft des Euro stärken wollen, sind Stablecoins kein geeignetes Mittel, um dies zu erreichen“, betonte die Notenbankchefin.

Mehrere große Banken der Eurozone, darunter die Société Générale, arbeiten derzeit an Kryptowerten, die an den Euro gekoppelt sind. Sie versuchen damit, in einem vom US-Dollar dominierten Markt Fuß zu fassen. Einige Marktteilnehmer hoffen zudem, dass solche Instrumente die Attraktivität der Gemeinschaftswährung erhöhen könnten.

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