Vorarlbergs größte Stadt Dornbirn reagiert auf die Missbrauchsvorwürfe gegen SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner und benennt eine Straße und einen Park um. Auch die Ludwig-Kofler-Straße erhält einen neuen Namen.
Die Stadt Dornbirn benennt mehrere Straßen und einen Park um. So soll es künftig keine öffentlichen Flächen mehr geben, die an den wegen Kindesmissbrauchs in Verruf geratenen SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner erinnern. Der Weg wird Kinderdorfweg heißen, der Park wird nach Selma Mitteldorf benannt, die sich um die Säuglings- und Tuberkulosefürsorge in Vorarlberg verdient machte und Opfer der NS-Rassenpolitik wurde.
Weitere Änderung
Die Stadtvertretung beschloss die Änderungen auf Empfehlung der Arbeitsgruppe „Bezeichnung von Verkehrsflächen“, hieß es in einer Aussendung. Man passe die Benennung öffentlicher Flächen an neue Erkenntnisse und gesellschaftliche Anforderungen an, so die Stadt. Eine weitere Änderung betrifft die nach einem aktiven Nationalsozialisten benannte Ludwig-Kofler-Straße, als neuer Namensgeber vorgeschlagen ist Hugo Lunardon. Der Gendarmeriebeamte setzte sich aktiv gegen den Nationalsozialismus ein, er starb 1940 im KZ Mauthausen.
Diskutiert habe man auch über die Kernstock-Straße, hieß es vonseiten der Stadt. Eine Umbenennung wäre für die Anrainer und Anrainerinnen der nach dem wegen seines völkischen Gedankenguts umstrittenen Dichter Ottokar Kernstock benannten Straße „mit erheblichem Aufwand verbunden“, daher informiere man künftig in einer Hinweistafel über die historischen Hintergründe.
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