Hormuz-Sperre

Irans „diplomatischer Dschihad“ in Russland

Außenpolitik
27.04.2026 12:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA stocken weiter. Während eine nach Pakistan geplante Reise der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner am Wochenende kurzfristig abgesagt wurde, ist Irans Außenminister Abbas Araghtschi in den Oman und nach Pakistan gejettet, um „schriftliche Nachrichten“ an die US-Regierung zu übermitteln. Am Montag ist der Araghtschi in Russland eingetroffen, um seinen „diplomatsichen Dschihad“ fortzusetzen. 

Denn so einen „Heiligen Krieg“ führt der Außenminister laut den Worten des iranischen Botschafters in Moskau, um „die Interessen des Landes voranzubringen – unter Bedrohungen von außen“. Laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA wird es bei den Beratungen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und anderen russischen Regierungsvertretern um „den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit zusammenhängende Entwicklungen“ gehen.

Moskau und Teheran sind strategische Verbündete
Die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS bestätigte das geplante Treffen zwischen Putin und Araghtschi unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Moskau und Teheran sind strategische Verbündete. Allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Araghtschi machte die USA für das Scheitern der Friedensverhandlungen in Pakistan verantwortlich. „Die Vorgehensweise der USA hat dazu geführt, dass die letzte Verhandlungsrunde trotz einiger Fortschritte ihre Ziele aufgrund überzogener Forderungen nicht erreicht hat“, sagte er nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens am Montag nach seiner Ankunft in Sankt Petersburg.

Neuer Vorschlag für die Öffnung der Straße von Hormuz
Am Sonntag war der iranische Chefdiplomat für einen Kurzbesuch nach Islamabad gereist. Dort übergab er dem Vermittler Pakistan „schriftliche Nachrichten“ an die US-Regierung, berichtete die iranische Nachrichtenagentur FARS. Darin gehe es um „rote Linien der Islamischen Republik Iran, darunter Atom-Fragen und die Straße von Hormuz“. Mit Blick auf die Blockade der Meerenge sagte Araghtschi laut Staatsfernsehen, die sichere Durchfahrt durch die Meerenge sei ein „wichtiges globales Thema“.

Die Regierung in Teheran hat die strategisch wichtige Straße von Hormuz weitgehend gesperrt, ...
Die Regierung in Teheran hat die strategisch wichtige Straße von Hormuz weitgehend gesperrt, während Washington eine Blockade gegen iranische Häfen verhängt hat. Der Schiffsverkehr in der Region bleibt damit stark eingeschränkt.(Bild: AP/Ebrahim Noroozi)

Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen US-Vertreter und mit den Vorgängen vertraute Kreise, Teheran habe einen neuen Vorschlag für eine Öffnung der Straße von Hormuz und ein Ende des Krieges an Washington übermittelt. Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen demnach auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte den Axios-Bericht, ohne diesen zu dementieren.

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