Ungewisse Zukunft

Autoriese stampft Opel-Produktion bei Paris ein

Wirtschaft
27.04.2026 09:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der europäisch-amerikanische Autoriese Stellantis sorgt wieder einmal für Schlagzeilen: Ein traditionsreiches Werk in Poissy bei Paris stellt die Produktion innerhalb der nächsten Jahre ein. Davon ist vor allem die Marke Opel betroffen ...

Stellantis gab vergangene Woche bekannt, dass das Unternehmen die Produktion neuer Fahrzeuge in seinem Werk in Poissy bei Paris einstellen werde, was zuletzt zu Massenprotesten führte.

Doch der Autoriese will an seinem Vorhaben offenbar festhalten. Das Hauptproblem sei, dass es für die Mitarbeiter zu wenig zu tun gäbe. Das Ende der Produktion sei Teil der Maßnahme, überschüssige Produktionskapazitäten in ganz Europa abzubauen.

In Poissy läuft der Opel Mokka vom Band – zudem Wagen des DS3. Für dieses Jahr ist nach Berichten französischer Medien die Produktion von 68.000 Fahrzeugen in Poissy geplant.

Tausende Stellantis-Arbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Tausende Stellantis-Arbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.(Bild: AFP)

Das ist für das traditionsreiche Werk ein enormer Rückgang: Vor drei Jahren waren es noch 145.000 und in den 1970er-Jahren sogar eine halbe Million pro Jahr. Allerdings waren damals 27.000 Arbeiter in dem Autowerk beschäftigt – heute sind es noch 1600. Diese Zahl dürfte aufgrund der alternden Belegschaft bis 2030 auf 1200 sinken.

Das Werk wurde in den 1940er Jahren von Ford erbaut und später von Chrysler übernommen, bevor es 2021 von Peugeot übernommen wurde und Teil von Stellantis wurde. Die Autoproduktion soll nun im spanischen Saragossa zusammengelegt werden. In Poissy sollen 3D-Druck-Kapazitäten und das Recycling von Altfahrzeugen aufgebaut werden.

Wie geht es für Opel weiter?
Doch die Zukunft der Marke Opel ist damit nicht gesichert. Feststeht bereits, dass der Autobauer wohl keine exklusiven Modelle mehr entwickeln wird. Stellantis-Chef Antonio Filosa will Insidern zufolge die Investitionen des Autobauers auf die Kernmarken konzentrieren.

So sollten Jeep, Ram, Peugeot und Fiat deutlich mehr Geld erhalten, sagten fünf mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Opel und andere volumenstärkere Marken sollten Fahrzeuge auf Basis der Technologie der vier Kernmarken entwickeln und bauen.

Die kleineren Marken sollten sich auf die nationalen Märkte konzentrieren, in denen sie Potenzial hätten. Stellantis erklärte dazu, die Marken seien die Stärke des Unternehmens. Zu Details äußerte sich der Konzern nicht. Einige Investoren und Analysten hatten Stellantis empfohlen, ein paar der Marken zu schließen, darunter Opel.

Stellantis-Boss will neue Strategie vorstellen
Filosa wolle aber diesen Vorschlägen nicht folgen, weil er durchaus Chancen in bestimmten Regionen oder nationalen Märkten sehe, sagten vier der Insider. „Einige dieser Marken könnten sich in Zukunft als wertvoll erweisen, wenn sich die Marktbedingungen weiterentwickeln“, sagte Marco Santino von der Beratungsfirma Oliver Wyman. Sobald eine Marke geschlossen sei, sei es sehr schwer, sie wieder zum Leben zu erwecken.

Filosa plant, seine Strategie für den 14-Marken-Konzern im Mai in Detroit vorzulegen. Nach Angaben von drei Insidern hat das Vorhaben die Unterstützung der Großaktionäre, einschließlich der Investmentgesellschaft der Familie Agnelli. Stellantis wurde 2021 durch den Zusammenschluss von Fiat Chrysler und Peugeot gegründet.

Der Autobauer glänzte unter seinem ehemaligen Chef Carlos Tavares zunächst durch hohe Renditen, geriet aber in Schieflage und musste Milliarden auf sein Geschäft mit Elektrofahrzeugen abschreiben.

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