Die Opel-Mutter Stellantis muss für das Jahr 2025 einen Rekordverlust hinnehmen. Schuld am 22,3 Milliarden Euro teurem Debakel sind eine Fehleinschätzung der E-Mobilität und die Kehrtwende in der US-Politik. Der Autoriese räumte „übermäßig optimistische Marktannahmen“ ein.
Die US-Politik hat dem Konzern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht: US-Präsident Donald Trump kippte Subventionen für E-Fahrzeuge und lockerte Abgasregelungen. Die Folge: Die Nachfrage für Elektromobile brach dramatisch ein.
Rote Zahlen auch in Europa
Aber auch bereinigt um die Sonderkosten kam der Vielmarkenkonzern (unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo, Jeep) stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks rote Zahlen ein – sowohl in Nordamerika, wo der Konzern einst mit seinen Pick-ups und SUVs den Löwenanteil seiner Gewinne machte, als auch in Europa.
Insgesamt lag der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 842 Millionen Euro. Das entsprach bei einem Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro einer Marge von minus einem halben Prozent. In diesem Jahr soll es mit dem Erlös, wie bereits bekannt, um einen mittleren einstelligen Prozentsatz nach oben gehen, die operative Marge dürfte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen.
Erholung wohl erst 2027
Der neue Konzernchef Antonio Filosa war eigentlich angetreten, um den Konzern nach einer hausgemachten Krise in den USA im Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen – nun musste er mit einem Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit Milliardenzahlungen belasten wird. Erst 2027 sei wieder mit einem Zufluss an freien Mitteln im Fahrzeuggeschäft (Free Cashflow) zu rechnen, hieß es.
Stellantis streicht nun Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner- und Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um. Auch die anderen US-Autoriesen General Motors und Ford mussten viele Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs abschreiben.
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