Seit zwei Tagen ist das Kärntner Lesachtal im Ausnahmezustand: Knapp 80 Hektar Wald brennen. 40 Feuerwehren und das Bundesheer sind im Einsatz. Auch am Samstag wird weiter gelöscht, zur Unterstützung ist auch ein Black Hawk des Bundesheers gerufen worden.
Knapp 200 Feuerwehrleute, sechs Hubschrauber-Teams und Dutzende andere Helfer sind im Löscheinsatz im Lesachtal. Wie berichtet, war im Bereich Promeggen, östlich von Maria Luggau nahe der Ortschaft Xaveriberg, aus bisher unbekannter Ursache ein Brand ausgebrochen. Die Flammen griffen wegen des Windes und der vorherrschenden Trockenheit schnell auf ein riesiges Gebiet über. Während am Freitag erst noch Hoffnung bestanden hatte, die brennende Fläche zu verkleinern, brannten am Abend bereits 70 Hektar. „Die Nacht war ruhiger, trotzdem sind es aktuell zwischen 75 und 80 Hektar Brandfläche“, erklärte Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann Samstagfrüh.
Das Bundesheer steht im Assistenzeinsatz – am Samstag kommt ein Hubschrauber des Typs Black Hawk zum Einsatz. „Der hat mehr Fassungsvermögen“, bestätigte Bernhard Knotz, Bürgermeister im Lesachtal. Das Land Kärnten steht mit dem Bezirkskrisenstab, dem Landesfeuerwehrkommando und dem Katastrophenschutz in laufendem, in engem Austausch. Die Taktik der Einsatzkräfte: Versuchen, den Brand vorerst unter Kontrolle zu halten – mit Unterstützung von sechs Helikoptern des Bundesheers und der Polizei.
Doch auch die Wasserversorgung in dem extrem steilen Gebiet ist eine Herausforderung für die Einsatzkräfte. Auch die extreme Rauchentwicklung der sich nach oben fressenden Flammen ist eine wachsende Gefahr. Knotz erklärte: „Der wechselnde Wind am Freitag war extrem. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Zum Glück ist keiner der Feuerwehrleute verletzt worden.“
„Zuerst Sturm und Borkenkäfer und nun das“
Die steile Waldfläche ist noch dazu genau dort, wo vor einigen Jahren Sturmtief „Vaia“ alles zerstört hat. „Zuerst der Sturm, dann der Borkenköfer – jetzt wurde endlich aufgeforstet. Und nun ist wieder alles zerstört. Die Grundbesitzer sind natürlich entsprechend verzweifelt. Der Lesachtaler ist bekanntlich ein Kämpfer – aber man würde es sich manchmal schon einfacher wünschen“, so Knotz weiter. Menschen oder Gebäude seien weiterhin nicht in Gefahr.
Hubschrauber bis zur Dämmerung unterwegs
Bis in die Abendstunden waren die Hubschrauber am Freitag im Löscheinsatz gewesen. In der Nacht wurde vom Boden aus Brandwache gehalten, um vor allem die Gebäude in der Nähe des Brandes zu schützen. Seit den frühen Morgenstunden des Samstags wird intensiv weiter gelöscht. Und man habe auch Geräte, wie etwa größere Löschbehälter, aus anderen Bundesländern angefordert, hieß es von der LAWZ. Zimmermann: „In der Früh gab es einen Erkundungsflug, nun wird von oben und am Boden auf Hochtouren weitergearbeitet.“
Ein Ende des Flammeninfernos ist noch nicht in Sicht. Die Landesalarm- und -warnzentrale LAWZ geht davon aus, dass sich der Einsatz zumindest in die kommende Woche hinausziehen wird.
Wehren warnen vor Trockenheit
Währenddessen warnen auch andere Kärntner Feuerwehren vor der extremen Waldbrandgefahr im ganzen Land. Die fehlenden Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen bergen viele Risiken, wenn mit Feuer hantiert wird.
Die B 111 war bereits am Freitag gesperrt – die Gefahr für vorbeifahrende Autofahrer ist zu groß. Wie die Bezirkshauptmannschaft Hermagor mitteilte, bleibt sie auch am Samstag gesperrt. Die Zufahrt bis St. Lorenzen im Lesachtal über Kärnten bzw. bis Maria Luggau über Osttirol ist möglich.
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