Am Donnerstag wird im Stiftungsrat über den neuen ORF-Generaldirektor abgestimmt. Einen Tag zuvor wenden sich mit Heinz Lederer und Gregor Schütze die beiden Chefs des Gremiums an die Mitglieder. Sie rufen zu einer Entscheidung „frei von Zurufen“ auf.
Erst die Causa um Ex-Generaldirektor Roland Weißmann, dann weitere Skandale am und rund um den Küniglberg und letztlich auch noch ein ÖVP-Generalsekretär, der öffentlich angab, sich über die Bewerbung von Clemens Pig für den Posten zu freuen. In den vergangenen Wochen entwickelte sich fast schon eine tägliche Seifenoper rund um den ORF.
Nach der für Donnerstag geplanten Wahl des neuen Generaldirektors soll wieder Ruhe im ORF einkehren. Wohl auch deshalb appellieren einen Tag vor der Wahl jetzt jedenfalls die beiden Stiftungsratschefs, der Vorsitzende Heinz Lederer (SPÖ) und sein Stellvertreter Gregor Schütze, an die Mitglieder des Gremiums, bei der Abstimmung „frei und unabhängig“ zu entscheiden.
„Frei von Zurufen“
„Diese Entscheidung trifft jede und jeder im Sinne der Verantwortlichkeit als Stiftungsrätin bzw. Stiftungsrat des ORF, das heißt eigenverantwortlich, unabhängig und frei von Zurufen oder Einflussnahmen jeglicher Art, nach klaren, sachlichen Kriterien. Unsere Aufgabe ist es, ausschließlich zum Wohle des Unternehmens, aller seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Publikums des ORF zu agieren und zu entscheiden“, heißt es in dem Brief, der der „Krone“ vorliegt, im Wortlaut.
Lederer und Schütze würden sich zudem „auf eine konstruktive Sitzung am Donnerstag, auf spannende Hearings und einen sachlichen Austausch“ freuen. Am Ende solle sich die nach bestem Wissen und Gewissen als die für den ORF am besten geeignete Bewerberin bzw. der am besten geeignete Bewerber beurteilt wird.
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