Gewinn brach aber ein

Trotz Konsumflaute setzte Rewe 100 Milliarden um

Wirtschaft
22.04.2026 16:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Handels- und Touristikkonzern Rewe hat im Vorjahr trotz der Konsumflaute erstmals die 100-Milliarden-Umsatzgrenze übersprungen.  Im Bereich Lebensmittel sei Rewe gut ins Jahr gestartet, das Ostergeschäft etwa habe deutlich über dem Vorjahr gelegen, hieß es am Mittwoch in Köln.

Rewe-Chef Lionel Souque äußerte sich zum laufenden Jahr zuversichtlich, auch wenn die Tourstik-Tochter Dertour, die 2025 um 18 Prozent zulegte, im März nach Beginn des Iran-Kriegs ausgebremst wurde. „Wir planen schon drei, vier Prozent mehr Umsatz zu machen, und das Ergebnis wollen wir wieder leicht steigern“, sagte er am Mittwoch.

„Über 12.000 Gäste zurückgeholt“
Das Touristik-Geschäft sei in den ersten beiden Monaten des Jahres sehr gut gelaufen, nach Ausbruch des Krieges im Nahen Osten allerdings sehr schlecht. „In einem großen Kraftakt haben wir über 12.000 Gäste zurückgeholt“, unter anderem aus dem Nahen Osten und anderen Destinationen wie Bangkok, Mauritius und den Malediven.

Aktuell seien die Kunden sehr vorsichtig bei ihren Buchungen und mieden, was südöstlich von Deutschland liege, selbst Griechenland und die Türkei. Dafür rückten andere südeuropäische Länder wieder in den Mittelpunkt, wie Italien, Spanien und Portugal. Die Türkei und Ägypten dürften aber ihre Preise senken, um die Touristen anzulocken. „Wir glauben, dass die Leute kurzfristig wieder buchen werden.“

TUI schraubte Gewinnziel runter
Am Mittwoch hatte der Reisekonzern TUI wegen des Iran-Kriegs sein Gewinnziel für 2026 eingedampft und berichtet, die geopolitische Lage führe zu einer Verschiebung der Nachfrage vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum.

Im vergangenen Jahr stemmte sich Rewe gegen die Konsumzurückhaltung und hievte den Gesamtaußenumsatz mit einem Plus von vier Prozent auf 100,4 Milliarden Euro. Gestiegene Kosten sowie Investitionen in neue Kundenprogramme drückten das operative Ergebnis (Ebita) allerdings auf rund 1,5 Milliarden Euro von knapp zwei Milliarden Euro. Finanzvorstand Telerik Schischmanow erklärte, neben den Investitionen und gestiegenen Personal- und Sachkosten habe der harte Wettbewerb im Lebensmittelhandel das Ergebnis belastet. Der Jahresüberschuss halbierte sich auf 525 Millionen Euro.

Touristik-Tochter treibt an
Zum Wachstum trugen fast alle Sparten bei. Besonders kräftig legte die Touristiktochter Dertour zu, deren fakturierter Umsatz um 18 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro kletterte. Souque zufolge wächst bei Reisenden der Wunsch nach „erschwinglichem Luxus“. Ein wichtiger Pfeiler des Erfolgs waren zudem die selbstständigen Rewe-Kaufleute, die ihren Umsatz um 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro steigerten. Während die Rewe-Supermärkte um drei Prozent zulegten, behauptete sich die Discount-Tochter Penny im Preiskampf mit einem Plus von 0,7 Prozent nur knapp. Das Baumarkt-Geschäft ging angesichts der Konsumflaute um zwei Prozent zurück.

Die Rewe Group will im laufenden Geschäftsjahr rund drei Milliarden Euro investieren nach 2,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr. Schwerpunkte seien die Modernisierung von Märkten sowie die Digitalisierung und der Ausbau der Logistik.

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