Starlinger warnt:

„Krisen können wir nur alle gemeinsam bewältigen“

Podcast
14.06.2026 07:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Pandemie, Blackout, Klimakrise oder KI: Österreich müsse sich deutlich besser auf kommende Krisen vorbereiten, fordert der sicherheitspolitische Berater Thomas Starlinger. Im Podcast „Wiener Wissen“ bei Elisabeth Oberzaucher spricht der ehemalige Verteidigungsminister über verlorenes Vertrauen nach der Corona-Pandemie, die Bedeutung von Bürgerbeteiligung und warum Resilienz nur gemeinsam mit der Bevölkerung entstehen kann.

Die Corona-Pandemie habe schonungslos offengelegt, wo Österreichs Krisenmanagement Schwächen aufweist, sagt Thomas Starlinger. Besonders problematisch seien widersprüchliche Botschaften aus Politik und Behörden gewesen. „Wir hatten während der Krise fast zwei Strategien zu begegnen – eine vom Gesundheitsministerium, eine vom Bildungsministerium“, erinnert sich der Sicherheitsexperte. Die Folge sei ein massiver Vertrauensverlust gewesen – nicht nur in politische Entscheidungsträger, sondern teilweise auch in die Wissenschaft. Für künftige Krisen brauche es daher eine abgestimmte Gesamtstrategie und eine transparente Kommunikation darüber, was man wisse und was noch unklar sei.

Einen zentralen Baustein sieht Starlinger in der stärkeren Einbindung der Bevölkerung. Krisen aller Art könnten „nur von der Gesellschaft gemeinsam bewältigt werden“. Als positives Beispiel nennt er Bürgerforen, bei denen Menschen unterschiedlichster Berufs- und Lebenswelten gemeinsam Bedrohungen und Lösungsansätze diskutierten. Das Ergebnis habe ihn beeindruckt: „Ich habe es als Schwarmintelligenz bezeichnet.“ Die Teilnehmer hätten nicht nur Risiken von geopolitischen Konflikten bis zur Künstlichen Intelligenz erkannt, sondern auch konkrete Vorschläge für die eigene Rolle in der Krisenvorsorge entwickelt.

Mit Blick auf künftige Herausforderungen – von der Klimakrise über neue Pandemien bis hin zu möglichen Blackouts – plädiert Starlinger für mehr wissenschaftliche Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Wissenschaftler müssten frühzeitig mit Behörden, Organisationen und der Bevölkerung zusammenarbeiten. Sein Ziel: nicht nur neues Wissen schaffen, sondern konkrete Lösungen entwickeln, damit Österreich die nächste Krise besser bewältigen kann als die letzte. Die ganze Folge können Sie hier anhören:

Werfen Sie mit uns ein Ohr hinter die Kulissen der Wiener Wissenschaft. Alle 14 Tage gibt es eine neue Podcast-Folge!

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