Mit 95 Prozent gewählt

Neuer SPÖ-Chef setzt auf Wohnen und Familien

Salzburg
14.06.2026 06:00

Die Sozialdemokraten kauern aktuell bei 17,9 Prozent Zustimmung im Salzburger Land. Das soll sich ändern: Peter Eder entschied sich nach langem Zögern dazu, die Roten in die Zukunft führen zu wollen. 700 Mitglieder der SPÖ wählten ihn beim Landesparteitag zum Genossen-Boss – der kündigt den Aufbruch in neue Zeiten an ...

Mit 17,9 Prozent bei der Landtagswahl 2023 gibt es für die Salzburger SPÖ eigentlich wenig Grund für gute Laune. Trotzdem war am Samstag, beim Landesparteitag der Sozialdemokraten im Jo Congress in St. Johann keine Spur von mieser Stimmung zu spüren. Straßwalchens Bürgermeisterin Tanja Kreer formulierte es treffend: „Wir sudern eh immer zu viel. Es ist an der Zeit, positiv zu denken.“ 

Zollte Eder Respekt: Ex-Chef Walter Steidl mit Frau Brigitte
Zollte Eder Respekt: Ex-Chef Walter Steidl mit Frau Brigitte(Bild: Markus Tschepp)

Kreer war damit nicht allein: Denn 700 SPÖ-Mitglieder und Delegierte folgten dem Aufruf der Roten, ihren neuen Chef zu wählen. Nach 13 Trauerjahren mit zahlreichen Wahlniederlagen glaubte niemand so wirklich an ein derartig volles Haus in St. Johann. Ein Teilnehmer fasst es so zusammen: „Zu rechnen war nicht damit, aber es zeigt schon, dass wieder neuer Schwung einkehrt.“ 

Zitat Icon

Die ÖVP hat 2015 ein faires Modell für das Wohnen zerstört und betreibt konsequent Umverteilung von unten nach oben. Wir wollen das umdrehen.

Peter Eder

Eder fasste sich nach sieben Jahren ein Herz
Diesen neuen Elan für die SPÖ soll Peter Eder weiter forcieren. Mit 95,3 Prozent wurde der Salzburger Arbeiterkammer-Präsident zum Genossen-Boss gewählt. Nach sieben Jahren, in denen Peter Eder immer wieder als SPÖ-Chef gehandelt wurde, hat er nun den Mut gefasst, den Scherbenhaufen der Roten wieder zusammenzuklauben. 

Bislang war nicht klar, mit welchen konkreten Inhalten Peter Eder die Genossen in die Landtagswahl 2028 führen wird. Seit dem Parteitag ist klar: Um die Miet- und Eigentumspreise zu senken, will er zum einst bewährten Wohnbaufonds zurückkehren.

Die Stadtchefs von Salzburg und Hallein: Bernhard Auinger und Alexander Stangassinger hatten gut ...
Die Stadtchefs von Salzburg und Hallein: Bernhard Auinger und Alexander Stangassinger hatten gut lachen.(Bild: Markus Tschepp)

Darlehen vom Land und 1000 Wohnungen pro Jahr
Dabei erhielten Häuslbauer keine Einmalzahlungen wie jetzt, sondern niedrig bezinste Darlehen vom Land. Eder: „Die ÖVP hat 2015 ein faires Modell für das Wohnen zerstört und betreibt konsequent Umverteilung von unten nach oben. Wir wollen das umdrehen.“ Ziel sei es so, Eigenheime wieder erschwinglicher und finanzierbar zu machen beziehungsweise durch eine Wohnbauoffensive von 1000 Wohnungen pro Jahr die Mietpreise deutlich zu senken. 

Wiedersehensfreude zwischen Puchs Ortschefin Barbara Schweitl und Bischofshofens Hans-Jörg ...
Wiedersehensfreude zwischen Puchs Ortschefin Barbara Schweitl und Bischofshofens Hans-Jörg Obinger(Bild: Markus Tschepp)

„Werden keine Krankenhäuser schließen“
Weiters setzt Eder auf Familien und junge Menschen: „Wir sorgen dafür, dass es bis ins letzte Eck Kinderbetreuungseinrichtungen gibt, damit beide Elternteile Betreuungssicherheit haben und Vollzeit arbeiten gehen können.“ 

Zitat Icon

Wir werden keine Krankenhäuser schließen, wie etwa in der FPÖ-geführten Steiermark.

Peter Eder

Gesundheit und Pflege sind Standard-Themen der Sozialdemokratie. Hier will Eder einerseits alle Spitalstandorte absichern: „Wir werden keine Krankenhäuser schließen, wie etwa in der FPÖ-geführten Steiermark. Gesundheit muss für alle zugänglich sein.“

Jungen Menschen mehr Bildungschancen geben, bei Energie auf Windkraft setzen und eigene Energiespeicher bauen, um den Strompreis zu senken. Diese Aussichten will Eder den Menschen in Salzburg geben. Salzburger Unternehmen und vor allem auch Einzelunternehmer will Eder berücksichtigen: „Wenn bei 350 Millionen Euro Bauvolumen vom Land Salzburg kein einziges Salzburger Unternehmen einen Auftrag erhält, geht das nicht. Wir wollen das mit dem Bestbieter-Prinzip ändern.“ 

An die aktuellen Regierungsparteien richtete Eder wenig aus: „Wir kämpfen für die Menschen und für eine gerechtes, soziales und lebenswertes Salzburg und nicht gegen andere Parteien.“ Man kämpfe für eine Systemänderung auf allen Ebenen. 

Eder überzog seine Redezeit wie gewohnt. Trotzdem gab es minutenlangen Applaus. Die eigenen Genossen hat Eder wohl hinter sich – jetzt will er das Land hinter sich vereinen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung