Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Raketen identifiziert, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert wurden. Laut Teheran hatte Israel mit der Beirut-Attacke „alle roten Linien überschritten“. Israel kündigte umgehend Gegenschläge an – doch US-Präsident Donald Trump bittet um einen Verzicht.
Abwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen, teilte das israelische Militär Sonntagabend mit. Die aus dem Iran abgefeuerten Raketen seien von der Luftabwehr abgefangen worden.
Bisher seien zwei Angriffswellen identifiziert worden, so das Militär. Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Es gab zunächst keine Angaben zu Verletzten.
Der Iran reagierte mit den Raketenangriffen auf eine Attacke Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut. Nach israelischen Angaben reagierte das Militär damit wiederum auf einen vorherigen Raketenangriff aus dem Libanon auf den Norden Israels. Israel machte die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz für die Angriffe verantwortlich.
Die israelische Armee müsse ihre Angriffe auf den Süden des Libanon und die Vororte stoppen, forderte Armeekommandant Ali Abdollahi in einer im Fernsehen veröffentlichten Erklärung. „Wenn sie ihre Angriffe in dieser Region ausweitet oder auf die Aktionen des Iran antwortet, wird es noch verheerendere und bedauerlichere Rückschläge erleiden“, sagte er, ohne die beiden Raketensalven zu erwähnen, die Israel nach eigenen Angaben abgefangen hat.
Diese iranische ballistische Rakete wurde während des heutigen Angriffs auf Israel beobachtet:
Tote bei israelischem Angriff auf Beirut
Wie das libanesische Gesundheitsministerium Sonntagabend mitteilte, wurden bei einem israelischen Luftangriff auf die südlichen Vororte von Beirut zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Der Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut gegolten, teilte das Ministerium mit. Er habe zu „zwei Märtyrern und 20 Verletzten geführt, darunter vier Kinder und vier Frauen“.
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge bei ihren Raketenangriffen auf Israel unter anderem auf Militäreinrichtungen gezielt. Der Luftwaffenstützpunkt Ramat David sei mit ballistischen Raketen attackiert worden, hieß es in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden.
Eskalation im Libanon Grund für Attacken
In der Mitteilung begründeten Irans Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, ihre Angriffe mit der Eskalation im Libanon. Die Waffenruhe im Iran-Krieg Anfang April sei unter der Prämisse ausgehandelt worden, dass der Konflikt an allen Fronten eingestellt werden müsse, hieß es in der Erklärung. „Doch wie immer hielten sich die USA und das zionistische Regime nicht an ihre Verpflichtungen. Sie setzten sowohl ihre Angriffe und Verbrechen im Libanon fort als auch ihre wiederholten Übergriffe auf iranische Küstengebiete.“
Die nun erfolgten Angriffe bezeichneten die Revolutionsgarden als „Warnung“. Sollte der Krieg wieder voll ausbrechen, „werden die Antworten umfassender ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region einschließen“, teilten die Streitkräfte weiter mit.
Was ich dem Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht.

US-Präsident Donald Trump
Bild: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
Israel kündigt Reaktion an
Israel will nach Medienberichten hart auf die ersten iranischen Raketenangriffe seit zwei Monaten reagieren. Der israelische TV-Sender N12 sowie das Nachrichtenportal „ynet“ berichteten dies unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsvertreter.
„Der Iran kann vergessen, dass wir das hinnehmen werden – die Reaktion wird hart ausfallen“, sagte der Repräsentant nach Angaben von „ynet“. Man werde „nicht zulassen, dass sie irgendwelche neuen Spielregeln schaffen und unsere Souveränität verletzen“.
Trump will von Israel Verzicht auf Gegenschläge gegen Iran
US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanyahu angekündigt, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals „Axios“ auf X. Der israelische Sender Kan berichtete ebenfalls, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle.
„Israel hat genug reagiert“, sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders. Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen. „Was ich dem Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen“, sagte er laut dem US-Sender Fox News. Eine öffentliche Stellungnahme durch das Weiße Haus stand zunächst aus.
Trump deutete laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit dem Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte „am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche“ erzielt werden, hieß es weiter. Mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon sagte der Präsident unterdessen: „Ich bin nicht erfreut darüber.“
Iran sperrt Luftraum im Westen des Landes
Am späten Sonntagabend sperrte der Iran den Luftraum im Westen des Landes bis auf Weiteres. Die zivile Luftfahrtbehörde begründete dies nach den iranischen Raketenangriffen auf Israel mit neuen Gefährdungsbewertungen, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Die Bevölkerung wurde gebeten, von Fahrten zu den Flughäfen abzusehen und die Medien zu verfolgen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.