Nach Haudum-Deal

„Muss keinen überteuerten Österreicher holen!“

Eishockey
07.06.2026 20:38
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Der spontane Wechsel von Eishockey-Nationalspieler Lukas Haudum von Meister Graz99ers nach Finnland schlug hohe Wellen. In der Szene schüttelt man den Kopf, Graz-Boss Herbert Jerich ist enttäuscht. Der Meisterpräsident krempelt die Ärmel aber bereits hoch.

Am letzten Tag, wenige Stunden, bevor die Deadline verstrichen wäre, informierte Starspieler Lukas Haudum die Graz99ers, dass er den Verein per Ausstiegsklausel im Vertrag verlassen wird. Den Oberösterreicher zieht es ins Weltmeisterland, nach Finnland, zu TPS Turku. Ein Umstand, den vor allem 99ers-Präsident Herbert Jerich nicht nachvollziehen kann. 

„Als Haudum mich zwei Tage vor dem Deal angerufen hat und meinte, dass es sein kann, dass er den Klub verlässt, habe ich gesagt, dass ich das verstehen kann. Als ich dann erfahren habe, wohin er wechselt, muss ich sagen, dass ich die Welt nicht mehr verstanden habe“, so Jerich, der auch etliche Nachrichten von Agenten bekommen haben soll, „die alle fragen, was der Haudum macht. Das ist auch international nicht verständlich.“

Haudum stemmte in Graz den Pokal – jetzt zog er weiter.
Haudum stemmte in Graz den Pokal – jetzt zog er weiter.(Bild: Sepp Pail)

Warum, das erklärt der Meistermacher der Graz99ers so: „Im Gesamtpaket verdienst du in Finnland in etwa wie in Österreich. Bei uns war alles für ihn und seine Familie wie gemacht, er war Schlüsselspieler, hoch angesehen, überall eingebunden und hätte sich in der Champions League noch mehr in die Auslage spielen können. Turku andererseits ist 13. geworden in Finnland. Scheinbar hat man ihm dort versprochen, dass er fix in der ersten Linie spielt – bei uns läuft das anders, da müssen sich die Spieler erst beweisen, bevor irgendwas versprochen wird.“

„Ganz andere Kaliber“
Jammern gibt es bei einem wie Jerich aber nicht. „Wir sehen das alles sportlich, es ergeben sich dadurch in unserem Budget natürlich richtig gute Optionen. Jetzt muss ich keinen überteuerten Österreicher holen, da gibt es auf dem Markt ganz andere Kaliber!“

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