Über einen besorgniserregenden Befund haben griechische Wissenschaftler kürzlich bei einem Kongress in München die Welt alarmiert: Beinahe alle von ihnen untersuchten Neugeborenen trugen Resistenzgene gegen Antibiotika.
Argyro Ftergioti und sein Team untersuchten den ersten Stuhl von 105 Neugeborenen. Dieser grünlich-schwarze Stuhl, auch Kindspech genannt, enthielt neben den üblichen Bestandteilen – verschlucktes Fruchtwasser, Zellen, Galle und Haare – auch mehrere Resistenzgene. Besonders häufig stießen die Angehörigen der Aristoteles-Universität in Thessaloniki auf „oqxA“ (in 98 Prozent der Proben) und „qnrS“ (in 96 Prozent der Proben).
Im Schnitt acht Resistenzgene pro Probe
Die beiden Gene sind maßgeblich verantwortlich dafür, dass gängige Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Pro Probe fanden die Wissenschaftler dem Vernehmen nach durchschnittlich acht Gene, aber auch bestimmte Enzyme, mit denen Bakterien bestimmte Antibiotika wie Penicilline unschädlich machen.
Übertragung durch Mutter und frühe Spitalaufenthalte
Besonders die Vielfalt der nachgewiesenen Gene ist laut Ftergioti besorgniserregend. Welche Folgen das für Mikrobiom (Gesamtheit aller Mikroorganismen im Körper, Anm.) und Infektionsrisiko hat, ist noch unklar. Als mögliche Ursachen gelten Übertragung von der Mutter sowie frühe Klinik-Kontakte. So wurde ein bestimmtes Gen mit Krankenhausaufenthalten der Mutter verknüpft, mehr Resistenzgene traten bei Babys mit frühem Venenkatheter auf.
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