Stadt sinkt ab

Venedig könnte ab 2300 verlagert werden müssen

Ausland
20.04.2026 11:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die italienische Stadt Venedig liegt nur knapp über dem Meeresspiegel. Laut Schätzungen könnte sie ab dem Jahr 2300 versinken. Ein Forschungsteam analysierte jetzt vier Szenarien, um die Lagunenstadt aufgrund der steigenden Wasserstände zu schützen.

Auch der Boden sinkt ab. Besonders gefährdet ist etwa der Markusplatz, einer der tiefstgelegenen Punkte der Stadt. Ein internationales Forschungsteam rund um den Klimaforscher Piero Lionello von der Universität Salento hat jetzt vier mögliche Strategien analysiert, wie Venedig vor dem Versinken bewahrt werden soll. Grundlage der Untersuchung sind Projektionen über einen Zeitraum von bis zu 300 Jahren.

Laut Lionello könnte das bestehende Dammschutzsystem MOSE voraussichtlich nur bis zu einem Meeresspiegelanstieg von etwa 1,25 Metern wirksam bleiben – ein Wert, der selbst unter optimistischen Annahmen bis zum Jahr 2300 überschritten werden könnte. Als nächste Stufe sehen die Forscherinnen und Forscher den Bau zusätzlicher Schutzanlagen wie ringförmiger Deiche vor, die ab einem Anstieg von rund fünf Metern notwendig werden könnten. Dieses Szenario könnte bereits gegen Ende dieses Jahrhunderts eintreten. Die Kosten hierfür werden auf 500 Millionen bis 4,5 Milliarden Euro geschätzt.

Abschottung durch Großdamm
Eine weitergehende Maßnahme wäre die vollständige Abschottung der Lagune durch einen Großdamm. Diese Lösung könnte die Stadt bis zu einem Anstieg des Meeresspiegels von etwa zehn Metern schützen, würde jedoch mehr als 30 Milliarden Euro kosten, teilten die Forscherinnen und Forscher mit.

Als letzte Option nennen sie schließlich die Verlagerung der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aufs Festland. Lionello hält es für technisch möglich, zentrale Bauwerke wie den Markusdom oder andere historische Gebäude abzubauen und an einem weniger gefährdeten Ort wieder aufzubauen. Die Kosten würden sich allerdings auf bis zu 100 Milliarden Euro belaufen. Notwendig werden dürfte das erst bei einem Anstieg des Meeresspiegels um mehr als 4,5 Meter infrage – ein Szenario, das frühestens nach dem Jahr 2300 erwartet wird.

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