„Krone“-Sportchef Peter Moizi besuchte John Aldridge in seinem privaten Museum in Liverpool – die einstige Tormaschine leistete mit seinem Wechsel aus England zu Real Sociedad Historisches. Irlands Ex-Teamspieler beendete die Anfeindungen auf Legionäre im Baskenland.
Unterschriebene Matchbälle seiner Hattricks, Trikots und der Goldene Schuh als Torschützenkönig auf der Insel. John Aldridge, der mit 330 Treffern im englischen Profi-Fußball zu den erfolgreichsten Stürmern zählt, lud die „Krone“ zum Nostalgie-Talk in sein privates Museum in der Nähe der Anfield Road – und übergab als Gastgeschenk sein WM-Trikot von 1994. Zweimal erlebte der 67-Jährige mit Irland eine Endrunde.
Fleischhauer spendierte Steaks
Ende der 80er-Jahre wechselte John von Liverpool zu Real Sociedad. Als erster nicht-baskischer Spieler des Vereins seit mehreren Jahrzehnten lehnten ihn die Fans ab. Gellende Pfiffe bei seiner Präsentation, als Ausländer war er nicht willkommen. In zehn Spielen gegen Barcelona und Real erzielte „Aldo“ zehn Treffer, stieg damit vom unerwünschten Fremden zum Helden auf. Ein baskischer Fleischhauer spendierte ihm nach jedem Treffer ein T-Bone-Steak, sogar ein Fanklub wurde nach Aldridge benannt.
Erfolgreich und beliebt – Aldridge überzeugte als Legionär, der Anhang akzeptierte die Öffnung des Klubs. Dank John war die „Basque-only“-Politik Geschichte.
Diskriminierungen seltener
Im aktuellen Kader von Real Sociedad scheinen mehr als ein Drittel Legionäre auf, Anfeindungen sind passe. Weltweit ist trotz zahlreicher Maßnahmen der Rassismus aus den Stadien zwar nicht vollständig verbannt, aber abscheuliche Diskriminierungen kommen zumindest seltener vor. Die traurige Erkenntnis: Der Hass vereinzelter Fans verlagerte sich – wie zuletzt bei Kevin Danso in Tottenham – massiv in die sozialen Netzwerke.
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