Sensationeller Senior

„Was die Lindsey Vonn kann, schaffe ich auch“

Sport-Mix
20.04.2026 14:59
Porträt von Matthias Mödl
Porträt von Sophie Hartl
Von Matthias Mödl und Sophie Hartl

Alfred Biela ist ein Phänomen. Er gehört zu jenen fünf Läufern, die seit 1984 jeden Vienna City Marathon absolviert haben. Sonntag erreichte der 74-Jährige nach 6:40:56 Minuten als Letzter das Ziel. Und das trotz eines Innenbandrisses im Knie: „Was die Lindsey Vonn kann, schaffe ich auch.“

Als der „Super-Oldie“ ins Ziel lief, ertönte aus den Lautsprechern an der Strecke der Ambros-Hit „Für immer jung“. Die noch verbliebenen Zuschauer applaudierten dem gebürtigen Steirer wie dem Sieger. Nach seiner Heldentat lachte der „Super-Oldie“: „Früher bin ich den Marathon in 2:40 Stunden gelaufen. Das hat keinen interessiert. Jetzt laufe ich 6:40 Stunden und komme mir fast vor wie ein Popstar.“

„Die Strecke wird auch immer länger“
Einer der ersten Gratulanten im Ziel war Wolfgang Konrad, Vater des Vienna City Marathons. Biela meinte lachend: „Du, die Strecke wird auch immer länger.“ Junge Mitarbeiter des Events bildeten danach ein Spalier für Biela, der launig erzählte: „Ich habe mir im Winter beim Wandern am Höllentor im Wiener Wald das Knie verletzt, das Innenband ist gerissen. Aber der Arzt hat mir trotzdem grünes Licht gegeben, es ist alles stabil. Wenn die Lindsey Vonn mit kaputtem Knie Skifahren kann, kann ich auch einen Marathon laufen.“

Junge Mitarbeiter des Vienna City Marathons bildeten voller Respekt ein Spalier für Alfred ...
Junge Mitarbeiter des Vienna City Marathons bildeten voller Respekt ein Spalier für Alfred Biela.(Bild: Sophie Hartl)

Sein Rat an junge Menschen
Nachsatz: „Es gibt in meinem Alter noch viele topfitte Menschen. Vor kurzem ist in Zürich einer in meiner Altersklasse den Marathon in 3:27 Stunden gelaufen. Das ist doch fantastisch.“ Was rät er jungen Menschen: „Einfach Schuhe anziehen, raus in die Natur, laufen gehen und Spaß haben.“

Alfred Biela war im Ziel ein vielgefragter Gesprächspartner.
Alfred Biela war im Ziel ein vielgefragter Gesprächspartner.(Bild: Sophie Hartl)

Kein Handy und kein Internet
Ebenfalls bemerkenswert: Da der Pensionist weder Handy noch Internet hat, führen die Veranstalter immer die Anmeldung für ihn durch. Als Dank kommt Alfred jedes Jahr ins Büro und bringt kurz vor dem Marathon einen riesigen Korb voller Süßigkeiten vorbei. Seine Botschaft an die Mitarbeiter: „Hier kommt wieder Nervennahrung für euch.“

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