In Ägypten verschleppt

Wienerin droht mit Hungerstreik für ihre Kinder!

Wien
14.04.2026 11:00

Zehn Monate kämpft Liza Ulitzka vergeblich darum, ihre in Ägypten festgehaltenen Kinder zurückzubekommen. Alle Gerichtsbeschlüsse liegen vor – doch niemand exekutiert sie. Nun greift die verzweifelte Wienerin zur letzten Waffe: Ab 21. April will sie in den Hungerstreik treten.

Lily und Noah sollten nur drei Wochen weg sein. Im Sommer 2025 fuhr Liza Ulitzkas Ex-Mann mit den Kindern – Lily (8) und Noah (6) – nach Ägypten. Beide österreichische Staatsbürger. Rückkehr: nie. Seither ist die Wienerin im permanenten Ausnahmezustand: endlose Flüge nach Kairo, Tausende Euro für Anwälte, Gerichtsverfahren auf zwei Kontinenten – und ein Ergebnis, das nach bitterem Hohn schmeckt.

Vom arabischen Frühling direkt in den Albtraum
Dabei begann die Geschichte wie ein modernes Märchen: 2011 lernte die Wiener Journalistin ihren späteren Mann bei den Protesten des Arabischen Frühlings in Ägypten kennen. Der gemeinsame Kampf verband, es folgten Hochzeit, Umzug nach Österreich, eine Zahnarztpraxis, zwei Kinder. Bis 2023 – als sich der Ehemann nach Ulitzkas Schilderungen Schritt für Schritt in religiösen Eifer steigerte. Prediger, Gebete, Verbote. Selbst Zeichentrickfiguren mit Schweinen waren tabu, die Tochter durfte keine kurzen Hosen mehr tragen. Ein Satz blieb haften: „Du musst Gott gehorchen – und ich bin dein Gott auf dieser Erde.“ Als er schließlich eine Bibelverbrennung im Garten plante, musste die Polizei einschreiten. Ende 2024 startete Ulitzka endgültig das Scheidungsverfahren. Im Frühjahr 2025 wurde gerichtlich eine Ferienregelung festgelegt: drei Wochen mit dem Vater in Ägypten, Rückkehr am 19. Juli. Ulitzka hatte Bedenken – machte die Vereinbarung trotzdem. Ein fataler Fehler.

Alle Beschlüsse – und trotzdem passiert nichts
Auf dem Papier hat Ulitzka längst alles gewonnen. Das österreichische Gericht sprach ihr die alleinige Obsorge zu. Ein ägyptisches Gericht bestätigte die Kindesübergabe. Gegen den Ex und seine Mutter wurden Beschlüsse erwirkt, ein Haftbefehl liegt vor. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: „Es passiert nichts. Null. Niente, nada“, sagt sie. Zwei Kinder mit österreichischem Pass – scheinbar ohne staatliche Lobby.
Am 20. April findet die nächste Anhörung statt – ein Berufungsverfahren des Ex gegen den Sorgerechtsbeschluss. Ulitzka rechnet mit weiterer Verschleppung. Die Verhandlung zur Aufhebung eines Travel Bans wurde bereits auf Mai vertagt, weil der gegnerische Anwalt schlicht fehlte.

Seit nunmehr fast zehn Monaten muss Liza Ulitzka ein Leben ohne ihre beiden Kinder führen.
Seit nunmehr fast zehn Monaten muss Liza Ulitzka ein Leben ohne ihre beiden Kinder führen.(Bild: Zwefo)

Wien soll endlich auf höchster Ebene handeln!
Indes verweist Ulitzka auf den Fall der Französin Hélène, deren Tochter dank massiven Einsatzes der französischen Botschaft rasch zurückkam – direkte Gespräche auf höchster Ebene machten den entscheidenden Unterschied. Genau das fordert die verzweifelte Wienerin von den österreichischen Behörden: konsequentes, diplomatisches Handeln. Alle paar Wochen eine Notiz zu schicken, reiche nicht. Ihre Anwälte in Kairo sind sich einig: Die ägyptische Regierung werde erst tätig, wenn hochrangige österreichische Vertreter direkt beim Präsidenten, beim Innen- und Außenminister vorstellig werden. Die Kräfte und die finanziellen Reserven schwinden. Und so will diese verzweifelte Mutter ihre allerletzte Waffe ziehen: Ab 21. April – sollten die Kinder nicht übergeben werden – verweigert Ulitzka die Nahrung und geht in den Hungerstreik. Öffentlich. Auf Video. Auf Arabisch und Deutsch. Damit endlich jemand hinhört.

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