Ermittlungen laufen
Nahe Kärnten: Anschlag auf Ölpipeline in Italien
Ermittler vermuten professionelle Sabotage an einem Knotenpunkt der Transalpinen Ölpipeline (TAL), die Österreich zu 90 Prozent mit Öl versorgt. Experten warnten bereits: Ohne die Pipeline könnte uns das Öl ausgehen. Jetzt laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.
Nach der Beschädigung eines Strommasts der 132-kV-Leitung Tolmezzo-Paluzza in der italienischen Provinz Udine, die das Netz der Transalpine Ölpipeline (TAL) speist, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Carabinieri befragen Fachleute der Netzgesellschaft Terna, die den Vorfall am 25. März gemeldet hatten.
Geringe Überwachung erschwert die Ermittlungen
Da es in dem Gebiet, in dem der Strommast beschädigt wurde, keine Überwachungskameras gibt, konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf die Überprüfung der Zufahrtswege zu dem Waldgebiet, in dem sich der Mast befindet. Der Schaden hatte Auswirkungen auf die Ölpipeline TAL, die für drei Tage den technischen Betrieb einstellen musste und dadurch die Rohöllieferungen an Raffinerien in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik unterbrach.
Die TAL kommt aus Italien an der kärntnerischen Grenze in Kötschach-Mauthen (Bezirk Hermagor) nach Österreich. Dort liegt eine erste innerösterreichische Pumpstation, an der auch Öl für die OMV-Raffinerie in Schwechat abgezweigt wird, das dann Richtung Wien weiterläuft. Die TAL-Pipeline selbst führt von Oberkärnten weiter nach Norden und überquert die österreichisch-deutsche Grenze bei Kufstein.
Betreibergesellschaft sprach zuvor von „normaler technischer Störung“
Zunächst wurde ein Erdrutsch als Ursache für die Störungen vermutet. Videoaufnahmen der RAI 1-Nachrichtensendung „Tg1“ belegten jedoch bald, dass die Basis des Mastes mit einer Brennschneidflamme abgetrennt wurde. Auch Ermittlungen und Zeugenaussagen deuteten schnell auf Sabotage hin.
Mehrtägiger Lieferausfall
Die Betreibergesellschaft der TAL-Ölpipeline bestritt am Samstag die Sabotage und erklärte, es habe sich um eine „normale technische Störung“ gehandelt. TAL teilte mit, dass es im März zu einem „technischen Rückgang der Förderleistung“ gekommen sei. So habe der Stromnetzbetreiber Terna am 25. März die Abschaltung einer Pumpstation in Paluzza bei Udine verlangt, um Reparaturen an einer beschädigten Stromleitung durchzuführen. Mehrere Raffinierien in Deutschland, darunter mit Miro die landesgrößte, hatten mit einem mehrtägigen Öl-Ausfall zu kämpfen.
Die Transalpine Ölleitung
- Die Transalpine Ölleitung (TAL) ist 753 Kilometer lang und transportiert seit 1967 Erdöl vom Hafen von Triest zu Raffinerien in Deutschland, Österreich und Tschechien.
- Betrieben wird sie von der TAL-Gruppe, die aus drei Gesellschaften mit Sitz in Italien, Österreich und Deutschland besteht.
„Ohne Pipeline in Österreich kein Öl“
Laut TAL-Betreibern wird Österreich zu 90 Prozent über diese Pipeline mit Öl versorgt. „Nach Schwechat bekommen wir derzeit circa acht Mio. Tonnen Rohöl pro Jahr geliefert“, informierte die OMV Montagnachmittag auf APA-Anfrage. Das seien „mehr als 90 Prozent“ der dort verarbeiteten Menge. Johannes Begnini von der Energieberatungsfirma „JBC Vienna“ sagte am Montag im Ö1-„Morgenjournal“: „Diese Versorgung ist essenziell, weil ohne diese Pipeline haben wir in Österreich quasi kein Öl, außer das, was wir selber fördern.“
OMV zuversichtlich
„Allgemein ist festzuhalten, dass Ausfälle für eine bestimmte Zeit über Lagerbestände abgefedert werden können“, antwortete die OMV auf die Frage, wie der dreitägige Lieferausfall in Burghausen (Deutschland) und Schwechat (Niederösterreich) abgefedert worden sei. „Derzeit ist die Versorgung unserer Kunden sichergestellt“, hieß es weiters. Lieferkettensachverhalte würden nicht kommentiert. „Selbstverständlich hat die Versorgung unserer Kunden jederzeit höchste Priorität.“ Durch den dreitägigen Ausfall seien „keine negativen Auswirkungen“ finanzieller und operativer Natur entstanden.









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