Nackt und unterernährt
Mann hält Sohn über 1 Jahr in Lieferwagen gefangen
In einer Ortschaft im Osten Frankreichs soll ein Vater sein 9-jähriges Kind über ein Jahr gefangen gehalten haben. Geräusche aus dem bei einem Mehrfamilienhaus geparkten Lieferwagen hatten die Nachbarn aufmerksam gemacht. Diese verständigten die Polizei, die den Bub befreite.
In der elsässischen Ortschaft Mülhausen hatten Nachbarn wiederholt Geräusche aus einem abgestellten Lieferwagen gehört. Der Besitzer aber wiegelte ab, es handle sich um eine Katze. Als nach einem Hinweis auf Kindergeräusche Polizisten den Kleinbus aufbrachen, fanden sie den neunjährigen Sohn des Mannes. Dieser war dort offenbar mehr als ein Jahr lang festgehalten worden, wie Staatsanwalt Nicolas Heitz in Mülhausen mitteilte. Die Ortschaft liegt nahe der Grenze zu Deutschland und der Schweiz.
Bub konnte nicht mehr gehen
Die Beamten fanden das Kind nackt und stark unterernährt in dem Wagen, der auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses stand. Es lag in Embryonalstellung unter einer Decke neben seinen Exkrementen. Aufgrund der langen Zeit im Fahrzeug war der Bub nicht mehr fähig zu gehen. Der 43-jährige Vater, der im ersten Stock des Hauses wohnte, wurde festgenommen.
Nach Angaben des Kindes war es zwischen September und Dezember 2024 in dem Lieferwagen eingesperrt worden und hatte zuletzt Ende 2024 geduscht. Es wurde in ein Krankenhaus in Mülhausen gebracht. Auch die Lebensgefährtin des Vaters wurde festgenommen. Mit dem Paar lebten zwei Töchter im Alter von zehn und zwölf Jahren in der Wohnung, die laut Staatsanwalt einen gepflegten Eindruck machten.
Vater überwachte Fahrzeug mit Kamera
Bei der Befragung habe der Neunjährige angegeben, große Beziehungsprobleme mit der Lebensgefährtin gehabt zu haben, die daraufhin gedrängt habe, dass er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Sein Vater habe ihn in den Kleinbus gesperrt, um eine Einweisung zu vermeiden, was er auch im Verhör angab. Die Lebensgefährtin habe zwar Verdacht geschöpft, aber nicht gewusst, dass sich das Kind im Fahrzeug befand.
Der Mann überwachte das Fahrzeug mithilfe einer Kamera. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass er zweimal täglich zum Wagen ging, um Dinge hineinzugeben. Laut Aussage des Kindes brachte er ihm Essen und stellte Wasser bereit. Der Bub hatte lediglich einen Rucksack mit Kleidung und musste seine Notdurft in Flaschen und Müllsäcken verrichten.
Lebensgefährtin hatte Neunjährigen in Anstalt vermutet
Die Lebensgefährtin bestritt bei der Vernehmung hingegen den gesamten Sachverhalt. Sie gab an, Geräusche aus dem Kleinbus gehört zu haben, auf Fragen, ob sich jemand darin befinde, aber keine Antwort erhalten zu haben. Sie sei überzeugt gewesen, dass der Neunjährige in einer Anstalt untergebracht worden sei.
Auch Angehörige gaben an, nichts von der Situation gewusst zu haben. Sie hätten geglaubt, das Kind befinde sich wie angegeben in einer Klinik. Laut Staatsanwaltschaft gibt es jedoch keine Hinweise auf eine tatsächliche psychiatrische Erkrankung. Der Bub hatte bis zum Schuljahr 2023/2024 die erste Klasse in Mülhausen mit sehr guten Leistungen besucht.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.