Gefahr auf zwei Rädern

„Fahrkunst und Fahrzeuge sind oftmals eingerostet“

Kärnten
10.04.2026 18:00

Die Moped- und Motorradsaison hat gerade erst begonnen und Kärnten muss schon das erste Todesopfer beklagen – einen 16-Jährigen. Die „Krone“ sprach mit einem Verkehrsexperten, was besonders zu Saisonbeginn zu beachten ist und warum Selbstüberschätzung auf Zweirädern fatal enden kann.

Kaum fallen die ersten Sonnenstrahlen auf die heimischen Straßen, werden Fahrräder, Mopeds und Motorräder wieder aus Kellern und Garagen geholt. Begleitend dazu kommt es auf heimischen Straßen aber auch zu den ersten Unfällen mit Zweirädern (wir berichteten).

„Gerade im Frühjahr gilt für Auto- und Zweiradfahrer besondere Vorsicht“, erklärt Peter Pegrin, Geschäftsführer vom Arbö Kärnten: „Die Autofahrer haben andere Verkehrsteilnehmer noch nicht am Schirm und die Motorradfahrer sind oftmals nach der Winterpause eingerostet.“ Die ersten Ausfahrten sollte jeder Biker langsam und entspannt angehen. „Lenker sollten sich auf keinen Fall überschätzen. Auf dem Motorrad bin ich meine eigene Knautschzone“, warnt der Verkehrsexperte. Er empfiehlt, sich Zeit zu geben, wieder ein Gefühl für die Maschine sowie die Straße zu bekommen. Gemeinsam mit Autofahrerklubs appelliert die Verkehrsabteilung der Polizei Kärnten bereits seit Jahren, nach dem Winter Warm-up-Trainings zu absolvieren.

Gerade im Frühjahr sei es oft der Übermut, welcher zu tragischen Unfällen führe, weiß Peter ...
Gerade im Frühjahr sei es oft der Übermut, welcher zu tragischen Unfällen führe, weiß Peter Pegrin, ARBÖ-Kärnten-Chef.(Bild: Sepp Pail)

Ein weiterer Faktor sei die Wartung der Fahrzeuge nach dem Winter. Reifendruck, -zustand sowie Beleuchtung müssen kontrolliert werden. Auch zu alte Reifen können beim Zweirad zur fatalen Falle werden.

Motorrad auch schon mit 16 Jahren

Mit der Ausbildung der Führerschein-Klasse A1 (225-ccm- Motorräder) und der L17-Ausbildung (Pkw) in der Fahrschule darf sechs Monate nach dem 15. Geburtstag begonnen werden. Den Motorrad-Schein gibt’s dann schon mit 16 Jahren.

„Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Straßen nicht trocken sind und noch immer viel Kies vom Winterdienst liegt“, ergänzt Pegrin. „Nimmt man eine Kurve da auch nur ein bisschen zu schnell, rutscht die Maschine weg.“ Auch Matsch und Erde von Landmaschinen, die aktuell vermehrt auf den Straßen unterwegs sind, können die Fahrbahn zur Gefahrenzone machen.

Oftmals seien Unfälle auf gleichzeitiges Überschätzen der eigenen Fahrkunst sowie dem Unterschätzen der frühlingshaft wirkenden Straßen zurückzuführen. Neben einem Appell an die Vernunft der Biker setzt die Polizei deswegen aktuell auch wieder auf vermehrte Schwerpunktkontrollen – so will man desolate Fahrzeuge, Alkolenker oder Raser rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen.

25 Motorradfahrer

... verunglückten in den vergangenen drei Jahren auf Kärntens Straßen. Statistisch gesehen sterben mehr Männer bei Unfällen; nur drei Opfer waren Frauen.

Dass vor allem Männer mit Motorrädern unterwegs sind, zeigen die Unfallzahlen des Verkehrsclubs Österreich VCÖ. In den vergangenen drei Jahren starben in Kärnten drei Frauen bei Motorradunfällen und mit 22 siebenmal so viele Männer. In Österreich verunglückten 20 Mal so viele männliche Biker wie weibliche.

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