Es ist eine Personalentscheidung mit Signalwirkung für einen der größten heimischen Industriekonzerne: Die OMV steht vor einem historischen Führungswechsel, der erstmals eine Frau an die Spitze des teilstaatlichen Öl-, Gas- und Chemieriesen bringen könnte. Doch endgültig entschieden ist noch nichts – der Aufsichtsrat muss erst zustimmen.
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss der OMV hat am Freitag die Irin Emma Delaney als neue Vorstandsvorsitzende vorgeschlagen. Sollte der Gesamtaufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung zustimmen, würde Delaney am 1. September 2026 die Nachfolge von Alfred Stern antreten. Damit stünde erstmals in der Geschichte des börsennotierten Unternehmens eine Frau an der Konzernspitze.
Die Funktionsperiode der neuen CEO ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt, mit einer möglichen Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre. Parallel zur möglichen Neubesetzung an der Spitze soll dem Aufsichtsrat auch die Vertragsverlängerung von Finanzvorstand Reinhard Florey um zwei Jahre zur Entscheidung vorgelegt werden.
30 Jahre Erfahrung im Energiesektor
Delaney bringt laut Unternehmensangaben rund 30 Jahre Branchenerfahrung mit. In ihrer aktuellen Funktion als Bereichsvorständin beim britischen Energiekonzern BP leitet sie eine Organisation mit mehr als 50.000 Beschäftigten in rund 50 Ländern. Zu ihren Verantwortungsbereichen zählen unter anderem Kraftstoffe, Schmierstoffe sowie der Bereich E-Mobilität.
Zudem verfüge sie über umfassende Erfahrung im Upstream- und Downstreamgeschäft sowie im LNG-Sektor, hieß es in der Begründung für den Vorschlag.
Zustimmung aus dem Aufsichtsrat
Auch aus dem Umfeld der OMV-Spitze kommt Zustimmung zur Personalentscheidung. Edith Hlawati, ÖBAG-Vorständin und stellvertretende Vorsitzende des OMV-Aufsichtsrats, sprach von einer „Punktlandung“. Die Nominierung von Delaney werde dem Unternehmen „eine noch stärkere internationale Sichtbarkeit“ geben. Mit ihrer Bestellung würde erstmals eine Frau den Vorstandsvorsitz in der Geschichte der OMV übernehmen.
Aufsichtsratschef Lutz Feldmann bezeichnete Delaney zudem als „herausragende und hochqualifizierte CEO-Kandidatin“, die alle Voraussetzungen mitbringe, um den Konzern erfolgreich zu führen.
Chefin von rund 22.300 Mitarbeitern
Die OMV beschäftigte im Jahr 2025 weltweit rund 22.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 24 Milliarden Euro. Zum Konzern gehören unter anderem strategische Beteiligungen an der OMV Petrom sowie an Borouge International.
Die endgültige Entscheidung über die neue Konzernspitze sowie die mögliche Verlängerung im Finanzvorstand fällt in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats.
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