Der Krieg im Iran lässt auch in Österreich die Spritpreise verrückt spielen: Benzin und Diesel sind so teuer wie lange nicht mehr. OMV-Chef Alfred Stern konterte im „Ö1“-Mittagsjournal die Vorwürfe, das Unternehmen würde sich an der Krise bereichern. Zudem präsentierte er einen pragmatischen Vorschlag, wie man mit einer Treibstoffknappheit umgehen solle.
Mit Beginn des Iran-Konflikts sind die Spritpreise hierzulande explodiert. Diesel kostet an manchen Tankstellen bereits über 1,90 Euro pro Liter. Die Regierung arbeitet derzeit immer noch an einer nachhaltigen Lösung, um die Ölpreise auf einem leistbaren Niveau zu halten.
„Staat profitiert, nicht die OMV“
Bei früheren Krisen erhöhten Ölkonzerne ihre Gewinnmargen. Im „Ö1“-„Journal zu Gast“-Interview wies OMV-Chef Alfred Stern den Vorwurf, aus der Krise höhere Gewinne zu schlagen, zurück. Auf die Frage hin, ob sich die OMV ein „Körberlgeld“ zuverdienen würde, konterte er: „Die Preise entstehen nicht in einer Raffinerie.“ Bei einem Preis von 1,70 Euro für einen Liter Superbenzin würden 90 Cent allein auf Steuern und Abgaben entfallen. Von den verbleibenden 80 Cent müssten 55 Cent die reinen Kosten für das Öl abdecken. Demnach blieben der OMV lediglich 25 Cent.
Massive Einnahmen beim Staat
Vielmehr profitiere der Staat von den hohen Ölpreisen. Niedrigere Preise an den Zapfsäulen seien derzeit nur durch eine Steuersenkung erreichbar. Staatliche Eingriffe in den Markt lehnte Stern ab. Solche Maßnahmen könnten zu einer Gefährdung der heimischen Versorgungssicherheit führen, so Stern.
„Wer nicht zahlen will, muss zu Fuß gehen“
Stern begründete die Kostenspirale mit einer internationalen Verknappung infolge des Iran-Krieges. Auf dem Weltmarkt würden derzeit etwa 20 Prozent des Öls sowie zehn Prozent der Treibstoffe fehlen. Um die benötigten Mengen nach Österreich zu bringen, müsse die OMV an der Börse in Rotterdam wettbewerbsfähige Preise zahlen. „Irgendjemand auf dieser Welt, der nicht bereit ist, die hohen Preise zu bezahlen, die wir in Europa und in Österreich bezahlen, der wird zu Fuß gehen“, so der OMV-Chef.
Stern warnt vor Treibstoffmangel
Auf die Frage, ob die Treibstoffversorgung für das Jahr gesichert sei, meinte der OMV-Chef, das könne man nicht sicher sagen – Österreich könnte im Worst Case der Sprit ausgehen. Oberste Priorität der OMV sei es dennoch, die Versorgungssicherheit der Kunden sicherzustellen, wie Stern immer wieder betonte.
„Müssen weniger fahren“
Im Falle eines Treibstoffmangels sei es ganz klar, wie man sich als Konsument verhalten sollte: „Wenn es eine Mangellage gibt, dann müssen wir Treibstoff sparen. Weniger Autofahren, langsamer Autofahren – es gibt keinen Weg drumherum.“, so Stern.
Blockade der Straße von Hormus hat schwere Folgen
Der Angriff Israels und der USA auf den Iran am 28. Februar wirkte sich auch auf die österreichische Energieversorgung aus. Der Konflikt lähmte die Öl- und Gasanlagen im Nahen Osten. Zudem blockiert der Iran die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Passagen für den weltweiten Ölhandel.
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