Mehrere EU-Länder wollen die Jagd auf Kormorane erlauben, weil die Vögel den Fischbestand reduzieren. Die Kormorane sorgten etwa „in der Ostsee für große Probleme“, sagte die finnische Agrarministerin Sari Essayah am Dienstag in Brüssel. Die von der EU festgelegten Fischquoten seien in der Regel höher als von der Wissenschaft empfohlen, kritisierten die EU-Länder.
Darunter sind zusätzlich zu Finnland Schweden, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Kroatien, Rumänien und die Slowakei. Sie fordern, „den Bestand auf einem ökologisch und wirtschaftlich akzeptablen Niveau zu halten“ und dafür den Schutzstatus der Wasservögel abzusenken. Ohne letzteres ist es nicht möglich, die Jagd auf die Tiere außerhalb der Brutzeit zu erlauben.
Zahlreiche Fischbestände in der Ostsee sind seit Jahren bedroht, Fischerinnen und Fischer machen dafür unter anderem den Kormoran verantwortlich. Der Lebensraum der Fische wird aber auch vom Klimawandel bedroht. In Europa gibt es geschätzt zwei Millionen Kormorane, die pro Jahr etwa 180 Kilogramm Fisch fressen. Die Vögel sind ungefähr so groß wie Gänse und leben ganzjährig an Nord- und Ostsee sowie an Flüssen. Einige von ihnen überwintern am Mittelmeer.
Seit 1979 geschützt
Die Tiere zählen seit 1979 zu den geschützten Arten in Europa. Sie können etwa 30 Jahre alt werden. In Österreich gibt es Kormorane an größeren Flüssen und Seen, zum Beispiel am Boden- und Neusiedler See. Meist sind sie aber nur auf Durchreise, gebrütet wird hierzulande selten. Die Wasservögel sind auch hier streng geschützt und gelten als stark gefährdet. Sie stehen auf der Roten Liste. Man müsse sich gegen Abschüsse einsetzen, sagten Tierschützerinnen und Tierschützer.
Hierzulande erlassen die Bundesländer jeweils eigene Kormoran-Verordnungen. Der Abschuss wird gegebenenfalls strengstens limitiert und zeitlich begrenzt zum Fischereischutz meist in den Wintermonaten erlaubt. Schlaf- und Brutplätze der „Meerraben“ sind immer geschont. Um die Jagd in der EU zu erlauben, müssten eine Mehrheit der 27 Länder und das EU-Parlament zustimmen. Im gleichen Verfahren war im vergangenen Jahr der Schutzstatus von Wölfen abgesenkt worden.
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