Paukenschlag in der Tiroler Gastronomie-Szene! Das Traditionsgasthaus „Geisterburg“ in Hall (Bezirk Innsbruck-Land) ist in die Pleite geschlittert – am Gericht wurde ein Insolvenzverfahren auf Eigenantrag eröffnet. Wie hoch die Schulden tatsächlich sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Betrieb schließt. 22 Mitarbeiter sind betroffen.
Über das Vermögen der Firma Gastronom Gesellschaft m.b.H. & Co. KG sei am Mittwoch ein Insolvenzverfahren am Landesgericht Innsbruck eröffnet worden. „Die Schuldnerin ist in der Gastronomie operativ tätig. Es wird das Restaurant ,Geisterburg‘ in Hall in Tirol von ihr betrieben“, so der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) in einer Aussendung.
22 Dienstnehmer sind betroffen
Vonseiten des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) hieß es, dass die Schuldnerin selbst, mit Sitz in der Anichstraße in Innsbruck, seit dem Jahr 1968 bestehe und sie den Betrieb der „Geisterburg“ vor einigen Jahren (wieder) übernommen habe. Von der Pleite seien 22 Dienstnehmer betroffen, berichteten die beiden Kreditschutzverbände.
Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei vom Unternehmen selbst bei Gericht eingebracht worden.
Personalprobleme, hohe Investitionskosten
„Laut dem vorliegenden Insolvenzantrag gab es seit der Übernahme des Betriebes Schwierigkeiten in mehreren Bereichen. Neben Problemen mit dem Personal wären Investitionen ins Objekt notwendig gewesen, welche letztlich aufgrund der angespannten Liquiditätssituation nicht finanziert werden konnten“, so der KSV von 1870 weiter.
Laut Angaben des AKV hätten „die ständigen hohen Reparaturkosten“ den Betrieb belastet. Die Schuldnerin erachte eine „Generalsanierung als unabdingbar“ – die dafür nötigen Mittel, die im Millionenbereich liegen würden, könnten aber nicht aufgebracht werden.
„Die Passiva dürften sich nach Angaben der Schuldnerin auf rund 430.000 Euro belaufen“, schildert der Alpenländische Kreditorenverband. Der KSV von 1870 betonte indes: „Die Höhe der aushaftenden Verbindlichkeiten ist derzeit kaum abschätzbar. Im Zuge dieses Insolvenzverfahrens wird sich die tatsächliche Höhe der Passiva zeigen. Insbesondere liegen noch keine belastbaren Informationen zu den Außenständen bei den öffentlich-rechtlichen Körperschaften (ÖGK, Finanzamt) vor.“
„Haller Geisterburg schließt die Pforten“
Seit dem vergangenen Freitag ist der Betrieb geschlossen. Ob das Gasthaus jemals wieder öffnet bzw. ob das Unternehmen eine Sanierung anstrebt, war zunächst nicht bekannt. Am späten Mittwochvormittag meldete sich das Unternehmen aber schließlich selbst zu Wort und betonte: „Die Haller Geisterburg schließt die Pforten.“
„Mit dem 22. Mai 2026 hat das Restaurant Geisterburg in Hall nach 40 Jahren seinen Betrieb eingestellt. Gleichzeitig hat die Gastronom Ges.m.b.H. & Co. KG als Betreiber des Restaurants am selben Tag einen Insolvenzantrag bei Gericht gestellt. Eine wirtschaftlich tragfähige Weiterführung des Betriebs war aufgrund hoher und unaufschiebbarer Investitionen nicht mehr möglich“, wurde in einer Aussendung betont.
Von der Schließung sind 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Sie wurden in einem Teammeeting umfassend informiert.
Das Unternehmen
2019 hatte die Gastronom Ges.m.b.H. & Co. KG die Geisterburg nach der Insolvenz der damaligen Pächter zurückübernommen und weiterbetrieben. „Trotz Qualitätsverbesserungen konnten die absehbar notwendigen Investitionen letztlich nicht erwirtschaftet werden“, hieß es weiter. Die betroffenen Mitarbeiter seien in einem Teammeeting über die Schließung informiert worden.
Vom Insolvenzantrag nicht betroffen sei die Krahvogel Ges.m.b.H., die eine eigenständige und unabhängig geführte Gesellschaft ist.
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