Bis Ende März soll das viertgrößte Kunststoff-Unternehmen Borouge Group International mit Sitz in Wien stehen. Jetzt ist das Management fix: Im Aufsichtsrat und Vorstand sind prominente Österreicher an Bord.
Borouge Group International oder kurz BGI heißt Österreichs künftig größter Industriekonzern, der bis Ende März stehen soll. Wie die „Krone“ erfahren hat, wurde nun das Management des neuen Chemie-Riesen hinter den Kulissen fixiert. Der Amerikaner Roger Kearns wird CEO, der Österreicher Stefan Doboczky Deputy-CEO und damit die Nummer zwei beim viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt.
Hlawati und Knill im Aufsichtsrat
Zwei weitere Österreicher werden die Geschicke des neuen Chemie-Konzerns mitbestimmen: Edith Hlawati, Chefin der Staatsholding ÖBAG soll ebenso in den BGI-Aufsichtsrat einziehen wie der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill. Als weiterer Verhandlungserfolg wird gewertet, dass mit der Forschung und Entwicklung das wertvolle Herzstück ebenso wie das Headquarter in Österreich angesiedelt werden.
Der neue Industrie-Gigant entsteht aus der Fusion der OMV-Tochter Borealis mit der in Abu Dhabi angesiedelten Borouge und dem kanadischen Chemie-Konzern Nova Chemicals. Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), Eigentümerin der Konzerne Borouge und indirekt Nova Chemicals, ist bereits seit Jahren neben der Republik Österreich größter Eigentümer der OMV. Die OMV wiederum bringt ihre Chemie-Tochter Borealis und einen Milliardenbetrag in diese Fusion „unter Gleichen“ ein.
Verhandlungserfolg für OMV
Mit Roger Kearns hat man sich als Kompromiss auf den bisherigen Chef des kanadischen Konzerns Nova Chemicals als neuen BGI-Boss geeinigt. Stefan Doboczky, derzeit Chef der Borealis und früher Boss der Lenzing AG, wird als Vize-Chef und CCO die kommerziellen Agenden des Konzerns verantworten. Daneben wird es zwei einfache Vorstandmitglieder geben: ein Manager aus Abu Dhabi wird COO, ein externer Manager Finanzvorstand (CFO).
Das Ergebnis gilt als Verhandlungserfolg für die OMV sowie die Staatsholding ÖBAG und somit auch für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der sich persönlich engagiert hat.
Ziel der Fusion war es, einen der größten Kunststoff-Hersteller mit Standorten auf mehreren Kontinenten zu schaffen. Hauptprodukt sind Polyolefine, die man für viele Alltagsgegenstände benötigt. Die OMV-Tochter Borealis war 2025 Rekordhalter bei neuen Patenten und hat sich international einen guten Ruf als innovativer Konzern erworben.
Der neue Industrie-Gigant BGI soll 2027 an die Börse gebracht werden, wenn sich die Weltlage wieder etwas beruhigt hat und einen Wert von über 50 Milliarden Euro erzielen.
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