Donald Trumps jüngster Vorstoß in der Nahostpolitik sorgt international für Aufmerksamkeit – allerdings nicht im Sinne des US-Präsidenten. Statt Zustimmung oder zumindest diplomatischer Offenheit gibt es aus mehreren Staaten der Region vor allem Ablehnung, Skepsis und in einzelnen Fällen sogar offen spöttische Reaktionen, die sich in Lach-Emojis niederschlagen.
Der US-Präsident hatte auf seiner Plattform Truth Social mehrere Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit dazu aufgefordert, sich dem Abraham-Abkommen anzuschließen und Israel offiziell anzuerkennen. Genannt wurden dabei unter anderem Pakistan, Ägypten, die Türkei, Katar und Saudi-Arabien – und selbst ein möglicher Beitritt des Iran wurde von Trump ins Spiel gebracht.
Doch laut einem Bericht von „POLITICO“-Korrespondentin Nahal Toosi fällt die Reaktion in der Region bislang deutlich anders aus als offenbar erhofft: Die Signale reichen von klaren Absagen bis hin zu demonstrativer Zurückhaltung und Spott.
Diplomatische Nebenwirkungen statt Annäherung
Statt Fortschritte im Friedensprozess zu fördern, könnte der Vorstoß laut mehreren Regierungsvertretern das Gegenteil bewirken. Demnach besteht die Sorge, dass Staaten sich aus laufenden Vermittlungsgesprächen zum Iran-Konflikt zurückziehen könnten. Die innenpolitische Brisanz einer Annäherung an Israel gilt in vielen Ländern der Region als erheblich.
Ein Golf-Diplomat wird in dem Bericht mit der Einschätzung zitiert, Trumps Forderung sei vor allem ein politisches Signal an die eigene Anhängerschaft – eine „kluge Taktik, um die wütende Basis zu beruhigen“. Als Teil einer realen Vereinbarung werde sie jedoch nicht erwartet.
„Vergiftete Pille“ und deutlicher Spott
Besonders ungewöhnlich sind die Reaktionen ehemaliger US-Regierungsvertreter. Einer von ihnen berichtete, er habe nach Bekanntwerden der Forderung scherzhafte Nachrichten an arabische Kontakte geschickt – inklusive Gratulation zum angeblichen Beitritt. Die Antwort: Lach-Emojis.
Mehrere Diplomaten sollen den Vorstoß als „vergiftete Pille“ betrachten – eine Bedingung, die eine Einigung eher erschwert als ermöglicht, da sie politisch kaum vermittelbar sei. Auch von „Ungläubigkeit und Frustration“ ist in diplomatischen Kreisen die Rede.
Das Weiße Haus hält dagegen und verweist auf die wirtschaftlichen Vorteile des bestehenden Abraham-Abkommens. Diese hätten den beteiligten Staaten „massive wirtschaftliche Vorteile“ gebracht und könnten daher auch im Kontext möglicher Iran-Gespräche eine sinnvolle Erweiterung darstellen.
Klare Absagen aus Saudi-Arabien und Pakistan
Saudi-Arabien stellt klar, dass eine Normalisierung mit Israel weiterhin an Fortschritte im Palästina-Konflikt gebunden sei. Ohne Bewegung in Richtung eines palästinensischen Staates sei kein Schritt möglich.
Pakistan erteilt einer Teilnahme ebenfalls eine klare Absage. Verteidigungsminister Khawaja Asif betont, sein Land werde nicht Teil solcher Abkommen sein – unter anderem wegen der breiten Unterstützung für die palästinensische Bevölkerung.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.