Vor „Finale“ mit USA

„Wir werden unser Herz auf dem Eis lassen“

Eishockey
26.05.2026 09:00

Mit dem montägigen 7:3 über Ungarn pirschten sich die USA in der Gruppe A der Eishockey-A-WM 2026 in Zürich bis auf einen Punkt an Österreich heran, das als Tabellenvierter in den Schlusstag der Gruppenphase geht – am Dienstag (16.20 – hier im sportkrone.at-Liveticker) matchen sich die beiden Teams um ein Viertelfinalticket. Das ÖEHV-Team ist krasser Außenseiter – präsentiert sich vorab aber kämpferisch!

Mit dem WM-Titel 2025 in Stockholm und Olympia-Gold 2026 in Mailand erlebten die USA zuletzt zwei Sternstunden – nach einer weiteren in der Schweiz sieht es vorerst nicht aus: Zum einen ist aus dem Olympia-Aufgebot nur Matthew Tkachuk mit von der Partie, fehlen viele Stars – zum anderen hat dieses Team keine Konstanz in seinen Leistungen, in den ersten sechs Partien der Gruppenphase drei Pleiten kassiert: 1:3 gegen die Schweiz, 2:6 gegen Finnland und überraschenderweise 2:4 gegen Lettland.

Was Österreich, das seinerseits die Letten 3:1 besiegt hatte, die Hoffnung gibt, dass es mit der Sensation klappen könnte. „Es hat den Charakter eines siebenten und alles entscheidenden Play-off-Spiels, dafür müssen wir bereit sein“, schildert Leon Wallner, der als WM-Debütant wie Vinzenz Rohrer und Benjamin Nissner in der Gruppenphase bereits bei drei Treffern hält. Während Peter Schneider und Thimo Nickl mit je vier Vorlagen Österreichs beste Assist-Geber sind.

Ausgangslage
Mit Schweiz und Finnland stehen in der Gruppe A bereits zwei Aufsteiger fest. Das dritte Ticket sollte sich Lettland schnappen (trifft auf Ungarn). Das vierte Ticket wird anschließend am Dienstag vergeben: Mit einem Sensations-Sieg über die USA – egal ob nach 60 oder 65 Minuten – wäre Österreich im Viertelfinale. Die USA nur bei einem Erfolg nach 60 Minuten. Denn siegen die US-Boys erst nach Verlängerung oder Penaltyschießen, gäbe es dafür nur zwei Punkte. Dann hätten sie mit Österreich und Deutschland in der Endabrechnung zehn Punkte. Dann würden die direkten Duelle unter diesen drei Teams entscheiden – hier hätten die Deutschen die Nase vorne, würden doch noch aufsteigen.

Verteidiger Clemens Unterweger verspricht: „Wir werden alles in die Waagschale werfen.“ Man sei gegen die USA „klarer Außenseiter, diese Rolle müssen wir auch so annehmen. Dennoch dürfen wir uns nicht verstecken, keinesfalls zu viel Respekt zeigen.“

Das sieht auch Österreichs Kapitän so: „Es wird kein Spiel auf Augenhöhe.“ Im Gegenteil: „Sie werden Vollgas kommen, wir werden einige Zeit in unserer defensiven Zone aushalten müssen, brauchen eine wahnsinnig gute Goalie-Leistung, müssen viele geblockte Schüsse verbuche“, führt Peter Schneider mehrere Punkte an.

Er hofft, „dass wir unseren tollen Fans hier in Zürich nochmals ein schönes Erlebnis bereiten, die beste Leistung im Turnier abrufen können. Wir werden unser Herz auf dem Eis lassen.“ Über die Einsätze der Stürmer Dominic Zwerger und Vinzenz Rohrer, die beim sonntägigen 2:5 gegen Finnland wegen leichter Blessuren (Teamchef Bader „Eine Vorsichtsmaßnahme“) vorzeitig vom Eis gingen, wird erst am Spieltag entschieden. 

Stürrmer Paul Huber meint vor dem Showdown in der Swiss Life Arena: „Das sind Matches, für die man als Sportler lebt. Dass wir uns so ein Spiel erarbeitet und erkämpft haben, zeigt, welch ein Charakter in unserer Truppe steckt.“ Natürlich sei man sich der Herkules-Aufgabe bewusst. Huber sagt aber auch: „Den Druck haben die USA, nicht wir.  Unser Ziel muss sein, von Start weg kompakt, aggressiv und aufsässig spielen.“

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