Marode Hängebrücke
Österreicher in Tod gestürzt: Kritik in Indonesien
In Indonesien sind am Sonntag zwei Touristen aus Österreich von einer maroden Hängebrücke in den Tod gestürzt. Nun gibt es scharfe Kritik in Indonesien, Behörden haben Ermittlungen zum Zustand der Anlage eingeleitet. Tragende Holzbalken der Brücke seien verrottet und Sicherheitsnetze zu etwa 90 Prozent zerstört gewesen, heißt es in Medienberichten.
Es habe weder regelmäßige Inspektionen noch Warnhinweise gegeben. Die Brücke sei schon länger in desaströsem Zustand gewesen, kritisierte der Chef des Regionalverbandes indonesischer Reisebüros, Sebastian Pandang. „Wir hoffen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.“ Der Wasserfall nahe der Touristenstadt Labuan Bajo bleibt vorerst geschlossen.
Polizei mahnt „moralische Standards“ ein
Die Polizei hat unterdessen davor gewarnt, unangemessene Fotos oder Videos der Opfer in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Wer damit gegen Persönlichkeitsrechte oder „moralische Standards“ verstoße, müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, sagte der örtliche Polizeichef Christian Kadang.
Paar 20 Meter in den Tod gestürzt
Wie berichtet, war das Paar im Alter von 55 und 57 Jahren am Sonntag rund 20 Meter in die Tiefe auf Felsen gestürzt, nachdem Planken der Holzbrücke unter ihm zusammengebrochen waren. Die beiden Touristen aus dem Großraum Wien starben noch am Unfallort. Sie hatten kurz vor dem Unglück noch Videoaufnahmen auf der Brücke machen wollen.
Die eingestürzte Brücke befindet sich auf der indonesischen Insel Flores. Der Wasserfall ist ein beliebtes Ausflugsziel. Menschen können von den Felsen springen und im türkisfarbenen Wasser der Schlucht schwimmen. Im weltgrößten Inselstaat kommt es immer wieder zu Unglücken bei Touristenattraktionen.
Die Infrastruktur an abgelegenen Orten wird oft aus lokalen Materialien hergestellt und nur unregelmäßig oder gar nicht instand gehalten. Indonesien könne es sich aber als beliebtes Reiseziel nicht leisten, derart vernachlässigt zu werden, schrieben örtliche Medien.









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