Nach Trump-Drohung

Linke: US-Stützpunkte in Deutschland schließen

Deutschland
08.04.2026 11:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zu einer Beteiligung an einer Sicherungsmission in der Straße von Hormuz hatte sich die deutsche Bundesregierung klar geäußert und die Entsendung eigener Kriegsschiffe, wie von US-Präsident Donald Trump gefordert, abgelehnt. Doch die jüngsten Drohungen Richtung Iran blieben weitgehend unkommentiert. Darüber sind die Linken entsetzt und fordern nun die Schließung aller US-Militärbasen in Deutschland. 

„Der selbst ernannte Außenkanzler Friedrich Merz hat sich bislang vor allem durch politisches Duckmäusertum gegenüber Donald Trumps zerstörerischer Politik hervorgetan“, erklärte Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Selbst dann, wenn Trump damit droht, eine ganze Zivilisation auszulöschen und damit eindeutig rote Linien überschreitet, bleiben klare Worte der Kritik aus Berlin aus“, kritisierte die Linke-Co-Chefin.

US-Präsident Donald Trump drohte mit der „Auslöschung einer Zivilisation“.
US-Präsident Donald Trump drohte mit der „Auslöschung einer Zivilisation“.(Bild: AFP/ALEX BRANDON)

Dies sei „feige“ und führe dazu, dass Deutschland in Konflikte hineingezogen und erpressbar werde, sagte die Chefin der oppositionellen Linken. „Eine souveräne europäische Politik muss der kriegstreibenden Linie Trumps entschlossen entgegentreten. Das bedeutet auch, dass US-Basen wie Ramstein unverzüglich geschlossen werden müssen“, schlussfolgerte Schwerdtner.

Die EU müsse eine eigenständige Position in dem Konflikt einnehmen, wenn sie in der Welt bestehen wolle – „eine, die auf Völkerrecht und Diplomatie beruht“.

Die schärfste Kritik an Trumps Äußerungen wenige Stunden vor Auslaufen des Ultimatums an das Mullah-Regime gab es in den USA selbst und von Papst Leo XIX. „Heute gab es diese Drohungen gegen das ganze Volk des Iran, und das ist wirklich inakzeptabel“, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstag vor Journalisten, ohne die USA direkt zu nennen. „Es geht sicherlich um Fragen des Völkerrechts, aber noch viel mehr als das ist es eine moralische Frage“, sagte der Papst beim Verlassen seiner Residenz in Castel Gandolfo bei Rom.

Leo XIV., der erste aus den USA stammende Papst
Leo XIV., der erste aus den USA stammende Papst(Bild: AFP/TIZIANA FABI)

Leo XIV., der erste aus den USA stammende Papst, sagte, Angriffe auf zivile Infrastruktur widersprächen dem Völkerrecht. Er forderte die Beteiligten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Lasst uns reden. Lasst uns auf friedliche Weise nach Lösungen suchen.“ Der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der USA, Erzbischof Paul Coakley, richtete am Dienstag einen direkten Appell an Trump, „vom Abgrund des Krieges zurückzutreten“. „Die Drohung, eine ganze Zivilisation zu vernichten, und die gezielte Bekämpfung ziviler Infrastruktur können nicht moralisch gerechtfertigt werden“, erklärte Coakley in einem Offenen Brief.

Waffenruhe, aber „Finger bleiben am Abzug“
Selbst in den letzten Stunden vor der Deadline herrschte Unsicherheit: Das US-Militär bereitete sich bereits auf massive Luftschläge vor, während Trump öffentlich mit der „totalen Vernichtung“ drohte. Erst nach mehreren Telefonaten, unter anderem mit Israels Premier Benjamin Netanyahu, fiel die Entscheidung für die Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump stimmte einer zweiwöchigen Waffenruhe zu – mit der Bedingung, dass die Straße von Hormuz „sofort und sicher“ geöffnet werde. Der Iran akzeptierte, betonte aber, man behalte weiter „die Hände am Abzug“, und stellte seinerseits Forderungen.

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