Hass im Netz

Neue Ombudsstelle hilft Kindern und Jugendlichen

Burgenland
07.04.2026 18:59
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Cybermobbing trifft immer mehr junge Menschen. Während in Österreich über strengere Regeln für soziale Medien diskutiert wird, schafft das Burgenland eine eigene Ombudsstelle, die Betroffene unterstützt, Inhalte zu löschen hilft und rechtliche Schritte begleitet.

Ein Foto, ein Kommentar, ein falscher Klick. Sekunden später ist alles öffentlich. Spott, Beschimpfungen, gezielte Bloßstellung. Was früher am Schulweg begann, endet heute nicht mehr nach Unterrichtsschluss. Digitale Angriffe bleiben sichtbar und verbreiten sich weiter.

Für viele junge Betroffene wird das Netz zur Dauerbelastung. Während in Österreich aktuell über ein Mindestalter für die Nutzung von Social Media diskutiert wird und ein entsprechender Gesetzesentwurf geplant ist, setzt das Burgenland bereits konkrete Maßnahmen und hat eine eigene Ombudsstelle gegen Mobbing und Hass im Netz eingerichtet. Sie soll Kindern und Jugendlichen rasch und niederschwellig helfen.

Landesrätin Winkler (li.) und Jugendanwältin Bartl präsentierten das neue Angebot.
Landesrätin Winkler (li.) und Jugendanwältin Bartl präsentierten das neue Angebot.(Bild: Christoph Novak Photography)

Hilfe, wenn alles außer Kontrolle gerät
„Cybermobbing wirksam zu begegnen ist wichtig, weil es sich auf die mentale Gesundheit auswirkt, aber auch, weil das Hochladen diskreditierender Inhalte junge Menschen im späteren Berufsleben behindern kann“, sagt Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ). Die Ombudsstelle ist bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft angesiedelt. Ein Team aus Anwältin, Psychologin und Verwaltung unterstützt Betroffene, ihr Umfeld oder auch Beteiligte bei digitalen Konflikten. Angeboten werden Information, Einschätzung von Vorfällen sowie Hilfe bei der Löschung problematischer Inhalte und Beratung zu rechtlichen Schritten.

Breites Angebot und Zusammenarbeit
„Ziel unserer Tätigkeit ist es, gemeinsam Lösungen zu finden. Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei konkreten Schritten zur Beendigung des Cybermobbings oder anderer digitaler Grenzüberschreitungen“, sagt Kinder- und Jugendanwältin Nicole Bartl. Die Ombudsstelle unterstützt etwa bei der Löschung rechtswidriger Inhalte im Netz, bei der Beantragung von Prozessbegleitung sowie bei der Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten zur nachhaltigen Verbesserung der persönlichen Situation. Dazu zählt auch die Einbindung von Helfersystemen wie Bildungseinrichtungen, außerschulischer Jugendarbeit, Obsorgeberechtigten oder der Polizei.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Prävention und Vernetzung mit Schulen und Fachstellen. Betroffene können sich per E-Mail an mobbing@bgld.gv.at wenden.

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