Die NASA-Mission „Artemis II“ ist auf dem Weg zum Mond. Mit an Bord ist Technologie aus Österreich. Sie bildet das „zentrale Nervensystem“ und stellt die Datenkommunikation der lebenswichtigen Systeme sicher.
Zum Mond fliegen, den Erdtrabanten umrunden und wieder zur Erde zurückkehren: Das ist der Plan des „Artemis II“-Flugs. Über neun Tage wird das „Orion“-Raumschiff unterwegs sein, wenn alles klappt. Sicherstellen soll das auch Spitzentechnologie Made in Austria.
Wiener Hightech-Firma liefert
Angedockt an die Kapsel ist das „European Service Modul“ (ESM), für das die Wiener Hightech-Firma TTEch die Technik für die sicherheitskritische Datenkommunikation aller Lebenserhaltungs- und Steuerungssysteme bereitstellt.
Zusammenarbeit ist nach wie vor der stärkste Motor für die Zukunft.

ESA-Chef Josef Aschbacher
Bild: EPA/YOAN VALAT
Gebaut wurde „Orion“, das die vier Astronauten während der Mission beherbergt, von Lockheed Martin. Das Flugsteuerungssystem liefert das Unternehmen Honeywell Aerospace, mit dem TTTech seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Für das ESM zeichnete die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) verantwortlich, gebaut wurde es bei Airbus in Bremen.
In dem Servicemodul sitzt das Haupttriebwerk für den Anflug der Crewkapsel auf den Erdtrabanten. Es sorgt für die Temperaturregulierung und Strom, und es lagert dort der Treibstoff sowie die Sauerstoff- und Wasservorräte für die Besatzung. Am Ende der Mission werden sich die „Orion“-Kapsel und das ESM kurz vor der Ankunft auf der Erde trennen und das Servicemodul in der Erdatmosphäre verglühen.
„Entscheidende Rolle Europas“
„Artemis II bestätigt die entscheidende Rolle Europas bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond und der künftigen Erforschung des Weltraums. Die ESA ist stolz darauf, Seite an Seite mit ihren internationalen Partnern unter der Führung der NASA zu stehen. Gemeinsam zeigen wir, dass Zusammenarbeit nach wie vor unser stärkster Motor für die Zukunft ist“, erklärte der aus Österreich stammende ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Als „zentrales Nervensystem“ der „Orion“-Kapsel und des ESM verbindet das von TTTech entwickelte „TTEthernet-Netzwerk“ zahlreiche Sensoren, Computer und antriebstechnische Bauteile miteinander. Dieses Gesamtsystem ist für verschiedene sicherheitskritische Funktionen wie Flugsteuerung oder Lebenserhaltungssysteme zuständig. Über das Netzwerk können aber auch nicht kritische Aufgaben wie die Videokommunikation ablaufen. Bei TTTech ist man „unglaublich stolz“, einen Beitrag für den Erfolg der Mission leisten zu können, so Christian Fidi, Leiter der Luft- und Raumfahrtsparte des Unternehmens.
Müssen Weltraum-Strahlen widerstehen
Fidi betont die Bedeutung ausfallsicherer Datenkommunikation und robuster Elektronik bei Weltraummissionen. Dort gebe es „keinen ÖAMTC, keine Wartungsmöglichkeiten. Elektronische Systeme müssen so ausgelegt und abgesichert sein, dass sie nicht nur jahrzehntelang einwandfrei funktionieren, sondern auch der Strahlung im Weltraum widerstehen können“, erklärte er.
Technik aus Österreich war bereits zu Beginn der Mission unverzichtbar: Die Firma Magna aus Graz lieferte die Hochdruckleitungen für die Flüssigtanks des „Space Launch System“ geliefert, mit dem die „Orion“-Kapsel gestartet wurde. Aus der Steiermark kommen auch die Messsysteme von Dewetron, die bei der Datenerfassung und Echtzeitüberwachung der Mission eine Rolle spielen. Johanneum Research aus Graz war bereits generell beim Artemis-Programm mit Technologie und Know-how beteiligt.
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