„Schlacht am Himmel“

Kiew schickt mehr als 400 Drohnen Richtung Moskau

Ausland
07.07.2026 06:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Ukraine hat einen weiteren Luftangriff auf Russland durchgeführt. Russischen Angaben zufolge sollen alleine Moskau 400 Drohnen ins Visier genommen haben. Kiew spricht bereits von einer „Schlacht am Himmel“.

Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen ins Visier genommen. Seit Montagabend seien von der Ukraine rund 430 Drohnen Richtung Moskau gestartet worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, am Dienstagmorgen in Online-Netzwerken. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert. 36 feindliche Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört.“

Angriffe vor NATO-Gipfel in Ankara
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Ziele in Russland weit hinter der Front intensiviert. Die neuen Angriffe in der Nacht zum Dienstag erfolgten kurz vor Beginn des NATO-Gipfels in der Türkei.

Bei den Beratungen der Militärallianz soll es auch um die weitere Unterstützung für Kiew gehen. Zu dem Treffen ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeladen.

Ukrainische Drohnen waren zudem am Montag mehrere tausend Kilometer weit in russisches Gebiet vorgedrungen und hatten eine Raffinerie in der sibirischen Stadt Omsk angegriffen, die daraufhin in Flammen aufging.

Kurz darauf wurde auch in Nowosibirsk, über 3000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, erstmals Drohnenalarm ausgelöst. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine die Erdölproduktion in Russland empfindlich getroffen, was zu einer gravierenden Treibstoffknappheit im Land gesorgt hat. 

Der Himmel wird zum Schlachtfeld
Im Krieg wird nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten „die entscheidende Schlacht am Himmel“ ausgetragen. „Wenn sie den Feind am Schlachtfeld stoppen, wenn sie den Krieg an Land aufhalten und wenn sie ihm die Seeherrschaft nehmen, wie wir es getan haben, dann wird der Himmel zum nächsten Schlachtfeld“, sagte Selenskyj in einem Interview der „Financial Times“. Seiner Ansicht nach sei dieses Stadium bereits erreicht.

„Und in der Luft sind wir bereits wettbewerbsfähig“, sagte Selenskyj. Vor allem habe die Entwicklung von Langstrecken-Drohnen, die Kiew inzwischen gegen Ziele tief im Inneren Russlands einsetzt, den Verlauf des Kriegs bereits verändert und geholfen, „Russlands Militärmaschine zu schwächen“. Dies habe seiner Ansicht nach bereits dazu geführt, dass US-Präsident Donald Trump den Krieg in einem neuen Licht sehe.

Einziger Schwachpunkt der Ukraine im Luftkrieg gegen Russland sei die Abwehr ballistischer Raketen, sagte Selenskyj. Er hatte in den vergangenen Wochen wiederholt einen kritischen Mangel an Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beklagt. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen.

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