Der Bitcoin ist auf einem Tiefstand, das Interesse der Anleger aber weiter groß. Wichtig: Seit Anfang Juli gelten in der EU strengere Regeln für Kryptobörsen. Wer anbieten will, braucht eine sogenannte MiCA-Lizenz, wer nicht, soll vom Markt verschwinden. Das traf sogar die größte Plattform Binance.
Hunderte internationale Anbieter buhlen um die Gunst der Krypto-Anleger. Doch seit 1. Juli müssen sie strengere Vorgaben erfüllen. Die MiCA-Verordnung der EU setzt nämlich neue Standards bei Lizenzen, Konsumentenschutz, Transparenz oder Eigenkapital. „Das führt zu einer riesigen Marktbereinigung“, sagt Georg Harer von Bybit, einer der größten Kryptobörsen weltweit und einer der Herausforderer des österreichischen Platzhirschen Bitpanda.
Binance hat keine Lizenz mehr
Ausgerechnet die größte Krypto-Plattform Europa hat es hingegen erwischt, sie hat keine Lizenz in der EU. Binance scheiterte an den neuen MiCA-Vorgaben und darf daher nicht mehr aktiv in der EU anbieten. Binance hat weltweit über 300 Millionen Kunden.
„Wir sehen, dass seit Einführung der Regulierung viele Kunden zu uns wechseln, da sie bei einem lizenzierten Anbieter sein wollen“, so Harer. Bybit agiert nur noch mit seiner Tochter Bybit EU, während Bybit Global nicht mehr am heimischen Markt aktiv ist. Um in der EU nun legal anbieten zu können, braucht eine Krypto-Plattform eine Lizenz in einem EU-Land. Wien ist, auch wegen des guten Rufs der heimischen Aufsicht FMA, ein beliebtes Ziel.
Derzeit sind zehn Anbieter zugelassen – welche, ist auf der Website der FMA ersichtlich. Bis Jahresende dürften noch einige dazukommen, einiges sei in der Pipeline, heißt es von der Behörde.
In Österreich gilt die strengere Regulatorik ohnehin schon länger, es gab eine Übergangsfrist. Die Änderung ab Juli betrifft vor allem den europäischen Markt. Es wird „scharfgestellt“, ohne Lizenz dürfen Anbieter nicht mehr aktiv am Markt agieren. Anleger dürfen übrigens weiterhin bei ausländischen Kryptobörsen ihr Geld anlegen. Doch sie sollten sich dem Risiko bewusst sein und der geringeren Standards.
Auch Kritik an neuer Regulierung
An MiCA gibt es aber auch Kritik. Ein geringerer Wettbewerb könnte die Spannen der Händler erhöhen und Angebote am Ende teurer machen, Liquidität dürfte fehlen. Kleinere innovative Plattformen hätten es zudem wegen der Vorgaben-Flut schwer. Doch es ist ein logischer Schritt, dass bei zunehmender Etablierung von Krypto-Anlagen auch die Regulatorik genauer wird und es wie bei anderen Finanzdienstleistern einen Rahmen benötigt.
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