Endet Krieg ohne Deal?

Trump: USA werden den Iran „sehr bald“ verlassen

Außenpolitik
01.04.2026 06:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wie lange werden die USA ihre Angriffe auf den Iran noch fortsetzen Präsident Donald Trump wird auf Nachfrage ziemlich konkret und betont: Der Krieg werde auch ohne einen Deal mit dem Iran enden.

Die USA werden ihre Angriffe im Iran nach Angaben Trumps in zwei bis drei Wochen beendet haben. Er denke, sein Land werde noch „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger“ brauchen, sagte er am Dienstag im Weißen Haus. Ein Journalist hatte ihn auf die hohen Spritpreise angesprochen. Diese würden wieder fallen, sagte Trump. „Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun“.

„Wichtige“ Rede angekündigt
Trump werde am Mittwoch um 21 Ortszeit (3 Uhr MEZ am Donnerstag) in einer Rede an die Nation ein „wichtiges Update“ zum Iran geben, teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt mit.

Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran

  • Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran befindet sich in der fünften Woche. Die US-Regierung hatte zu Beginn des Kriegs gesagt, dass der Einsatz zwischen vier und sechs Wochen dauern würde.
  • In der US-Bevölkerung gibt es inzwischen wenig Rückhalt für den Iran-Krieg, auch deshalb will US-Präsident Donald Trump das Thema offensichtlich nun zügig hinter sich lassen.
  • Der Iran hatte nach Beginn der jüngsten Angriffe mit Attacken und Drohungen dafür gesorgt, dass kaum noch Schiffe durch die Straße von Hormuz fahren. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist ein zentraler Transportweg für Erdöl und Flüssiggas aus der Region. Deswegen führt die Blockade zu steigenden Energiepreisen rund um die Welt – und Sorgen um die Konjunktur.
  • Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs – doch steigende Weltmarktpreise treffen alle. Das setzt auch Trump und seine Republikaner unter Druck, zumal im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen. 

Am Dienstag hielt der US-Präsident noch fest, dass es für ein Ende des US-Militäreinsatzes keinen Deal mit dem Iran geben müsse. Das sei „irrelevant“, da man dafür sorge, dass die Machthaber der Islamischen Republik keine Atomwaffen bauen könnten, sagte Trump. Andererseits könne es auch vor dem von ihm anberaumten Zeitraum für ein Ende der US-Angriffe eine Einigung geben, wenn der Iran dazu bereit sei, sagte Trump. Und wenn das Land später wieder in der Lage sein sollte, Atomwaffen zu entwickeln, werde es einen Präsidenten wie ihn geben, der wieder angreifen werde.

In der US-Bevölkerung gibt es wenig Rückhalt für den Iran-Krieg, auch deshalb will Trump das ...
In der US-Bevölkerung gibt es wenig Rückhalt für den Iran-Krieg, auch deshalb will Trump das Thema zügig hinter sich lassen.(Bild: EPA/AARON SCHWARTZ / POOL)

Tausende Elitesoldaten in Region verlegt
Zuletzt hatte Trump immer wieder von diplomatischen Kontakten mit dem Iran gesprochen. Teheran bestreitet jedoch Gespräche mit der US-Regierung. Noch am Montag bekräftigte Trump, dass die USA „ernsthafte Gespräche mit einem neuen und vernünftigeren Regime“ in Teheran führten. „Wahrscheinlich“ werde es bald einen „Deal“ geben, sagte er. Zugleich hatten US-Medien über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen im Iran berichtet. Tausende Elitesoldaten sind in den letzten Tagen in die Region verlegt worden. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ könnten sie etwa versuchen, die Uran-Vorräte des Iran zu bergen. Trump selbst sprach überdies von einer möglichen Einnahme der iranischen Ölinsel Charg.

US-Seeleute und Marines an Bord der USS Tripoli.
US-Seeleute und Marines an Bord der USS Tripoli.(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Trump: Hormuz-Blockade kein US-Problem
Trump bekräftigte nun erneut, dass es nach dem Ende der US-Militäraktion Sache anderer Länder sein werde, Öltanker durch die Straße von Hormuz zu bekommen – als Beispiel nannte er etwa Frankreich. „Ich denke, es wird sehr sicher sein, aber wir haben damit nichts zu tun“, sagte Trump. Chinesische Tanker etwa würden die Meerenge passieren und aufgefüllt werden und sich um sich selbst kümmern. „Wir haben keinen Grund, das zu tun.“

„Holt euch euer eigenes Öl“
Zuvor hatte der US-Präsident bereits auf seiner Plattform Truth Social gefordert, andere Länder sollten den „Mut“ aufbringen, in die Straße von Hormus zu fahren und sich das Öl „einfach zu holen“. „Der Iran ist zerschlagen. Das Schlimmste liegt hinter uns. Holt euch euer eigenes Öl!“, schrieb der US-Präsident.

Hormuz-Blockade führt zu steigenden Energiepreisen weltweit
Der Iran hatte nach Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe mit Attacken und Drohungen dafür gesorgt, dass kaum noch Schiffe durch die Straße von Hormus fahren. Die Meerenge ist ein zentraler Transportweg für Erdöl und Flüssiggas aus der Region. Deswegen führt die Blockade zu steigenden Energiepreisen rund um die Welt – und Sorgen um die Konjunktur. Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs – doch steigende Weltmarktpreise treffen alle.

Netanyahu: „Die Kampagne ist noch nicht vorbei“
Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran befindet sich in der fünften Woche. Die US-Regierung hatte zu Beginn des Kriegs gesagt, dass der Einsatz zwischen vier und sechs Wochen dauern würde. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat derweil angekündigt, der Krieg werde fortgeführt. „Die Kampagne ist noch nicht vorbei“, sagte er in einer Fernsehansprache und fügte an: „Wir werden das Terrorregime weiterhin zerschlagen.“ Israel sei seiner „Mission treugeblieben“, habe „das Gesicht des Nahen Ostens verändert“ und sich zu einer „Regionalmacht“ entwickelt, sagte Netanjahu weiter.

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